Norwegen

Körting lehnt nach Attentat voreilige Kontrolle ab

Innensenator Ehrhart Körting hat sich kritisch zu Überlegungen geäußert, nach den Anschlägen in Norwegen Internet-Nutzer stärker zu kontrollieren. Der Attentäter Anders B. hatte sich vor seinen Blutaten ausführlich im Netz geäußert.

Berlins Innensenator Ehrhart Körting (SPD) hat nach dem Massaker in Norwegen vor überhasteten staatlichen Reaktionen gewarnt. „Ich halte nichts davon, aus der schrecklichen Tat in Norwegen jetzt Schnellschüsse herzuleiten“, sagte Körting am Montag. Wie immer kämen nach schrecklichen Ereignissen die Leute mit Patentrezepten, sagt der Innensenator.

Er reagierte auf eine Forderung seines bayerischen Amtskollegen Joachim Hermann (CSU). Dieser hatte am Montag im Deutschlandfunk als Lehre aus dem Massaker in Norwegen gefordert, das Internet stärker zu beobachten. Der festgenommene Attentäter hatte vor seinen Anschlägen auf die Osloer Innenstadt und ein Jugendcamp auf einer Insel seine rechtsextremen, wirren Ansichten im Netz verbreitet.

Sicherlich müsse nach jeder solcher Tat das staatliche Instrumentarium nüchtern überprüft werden, sagte Körting. „Den jetzigen Schnellschussreaktionen von verschiedener Seite haftet allerdings ein Beigeschmack an, den ich ablehne“, kritisierte der SPD-Politiker. Viele derjenigen, die sich jetzt zu Wort gemeldet haben, profilieren sich auf Kosten der Opfer. Ich halte Mitgefühl für richtiger.“

Hermann hatte gesagt: „Man muss nicht jeden wirren Eintrag gleich für ein Attentat halten. Aber wir müssen manche Leute, die wirklich böse Drohungen ausstoßen, auch vielleicht noch ernster nehmen, als wir das bisher getan haben.“ Die Behörden müssten Interneteinträge „noch aufmerksamer verfolgen, wir müssen solche Leute dann auch stärker unter Beobachtung nehmen.“