Neue Attacke in Berlin

Mann in U-Bahn niedergestochen - Täter fliehen

In Berlin ist es erneut zu einer Gewaltattacke in der U-Bahn gekommen. Diesmal wurde zwei Männer auf dem Bahnhof Zoologischer Garten angegriffen. Einer der beiden erlitt lebensgefährliche Stichverletzungen. Die Täter flohen unerkannt.

Erneut ist es auf einem Berliner U-Bahnhof zu einer lebensgefährlichen Gewalttat gekommen. Zwei Männer wurden in der Nacht zum Freitag auf dem Bahnhof Zoologischer Garten angegriffen, einer von ihnen erlitt nach Polizeiangaben lebensgefährliche Stichverletzungen im Oberkörper. Der andere 21-jährige Mann wurde nur leicht am Arm verletzt. Der Täter gehörte zu einer Gruppe von drei Männern, mit denen die beiden jungen Männer zuvor in Streit geraten waren. Der 20-jährige Schwerverletzte wurde in der Nacht in einem Krankenhaus notoperiert. Bisher gibt es noch keine heiße Spur zu den mutmaßlichen Tätern.

Nach ersten Erkenntnissen soll der Streit in der U-Bahnlinie 9 aus einem nichtigen Anlass heraus entstanden sein. Am Bahnhof Zoo seien alle Beteiligten ausgestiegen. Die drei Männer entfernten sich, einer von ihnen kehrte aber kurz danach zurück. Danach eskalierte der Streit. Die beiden Opfer stiegen aber noch in eine U-Bahn und fuhren weiter. Erst dann bemerkten sie, dass sie bluteten und Stichverletzungen hatten. Sie riefen um Hilfe und wurden ins Krankenhaus gebracht. Die zweite Mordkommission ermittelt.

Zuletzt hatten in Berlin brutale Überfälle in den Bahnhöfen Lichtenberg und Friedrichstraße für Aufsehen gesorgt.

Gleichzeitig verwies die Polizei am Freitag auf einer schon vorher angekündigten Pressekonferenz darauf, dass die Kriminalität insgesamt und die Gewalttaten in U- und S-Bahnen, in Bussen sowie auf Bahnhöfen in den vergangenen Jahren deutlich weniger wurden.

Polizeidirektor Thomas Dublies räumte aber auch ein: „Das Sinken der Gewalttaten setzt sich fort. Aber trotzdem steigt nicht unbedingt das Sicherheitsempfinden.“ Zusammen mit den Verkehrsbetrieben BVG werde die Polizei weiter ihre im Frühjahr begonnenen Einsätze an Kriminalitätsschwerpunkten fortsetzen. „Wir wollen keinen leeren öffentlichen Nahverkehr, wir wollen, dass die Leute Vertrauen haben.“

Die Zahl der angezeigten Körperverletzungen sei von 2007 bis 2010 von 3161 auf 2787 gesunken (minus 11,8 Prozent), so Dublies. Im ersten Halbjahr 2011 gab es mit 1487 Anzeigen wieder einen leichten Anstieg (plus 51 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum).

Die Anzeigen wegen Raubüberfällen gingen deutlich von 1203 auf 667 zurück (minus 44,5 Prozent). Im ersten Halbjahr 2011 waren es mit 334 erneut etwas weniger (minus 11 im Vergleich zum ersten Halbjahr 2010).

Normale Diebstähle und Sachbeschädigungen wurden von 2007 bis 2010 deutlich weniger angezeigt. Bei den Diebstählen stiegen hingegen die Zahlen im laufenden Jahr wieder. Besonders Taschendiebstähle und Fahrraddiebstähle (2011: 1484 Anzeigen, 497 mehr als im Vorjahreszeitraum, plus 50 Prozent) nahmen rapide zu.

Die Gesamtzahl der im öffentlichen Nahverkehr angezeigten Taten sei von 22.381 im Jahr 2006 auf 17.569 (2010) gesunken. 2011 gab es allerdings wieder einen Anstieg (9959 Anzeigen, 1341 mehr als im Vorjahreszeitraum), der an den zahlreichen Diebstählen liegt.

Dublies sagte über die aktuellen Zahlen der Gewaltkriminalität, es sei beachtlich, dass die Polizei es über die Jahre geschafft habe, die Fälle auf dieses Niveau herunterzubringen. „Wir haben mal auf einem ganz anderen Niveau gestanden.“ Dublies betonte aber angesichts des aktuellen Angriffs: „Wir sind aber immer wieder selber enttäuscht, wenn es zu den dramatischen Einzelfällen kommt. Das wird sich leider nie gänzlich ausschließen lassen.“