Katholische Kirche

Regensburger könnte neuer Berliner Bischof werden

Bei den Spekulationen um den neuen Berliner Erzbischof ist ein weiterer Kandidat ins Gespräch gekommen. Der Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller gilt nach einem Zeitungsbericht als "heißer Anwärter" auf die Nachfolge des zurückgetretenen Kardinals Georg Sterzinsky.

Foto: dapd / dapd/DAPD

Der Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller wird möglicherweise Nachfolger des zurückgetretenen, schwerkranken Berliner Erzbischofs Georg Kardinal Sterzinsky. Nach Informationen der „Frankfurter Rundschau“ sei Müller, der als konservativ und papsttreu gelte, heißer Anwärter auf den Posten in der Hauptstadt.

In mehreren Anläufen hatte sich der Zeitung zufolge das siebenköpfige Berliner Domkapitel, dem das Recht auf die Bischofswahl zusteht, nicht mit absoluter Mehrheit auf einen Kandidaten verständigen können. Das Blatt nennt keine Quellen.

Nun gebe es im Vatikan Bestrebungen, den Weg für Müller freizumachen, der als Ökumene-Beauftragter der Deutschen Bischofskonferenz eng eingebunden sei in die Planung des Deutschland-Besuchs von Papst Benedikt XVI. im September. Am 22. September soll das Kirchenoberhaupt in Berlin einen Gottesdienst abhalten.

Als mögliche Kandidaten waren in Medienberichten unter anderem der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick (61), der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck (46), der Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-von Elst (51), der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode (60) sowie der derzeitige Berliner Diözesanadministrator Matthias Heinrich (56) genannt. Dieser habe am Freitag in einer Wilmersdorfer Gemeinde im Erzbistum Berlin einen Firmgottesdienst abgesagt und sei kurzfristig nach Rom „beordert“ worden, schreibt die „Frankfurter Rundschau“. Zuvor hielt sich nach Angaben des Blattes Bischof Müller aus nicht näher genannten Gründen in Rom auf.

Das Berliner Erzbistum hat allerdings den Spekulationen widersprochen. Sprecher Stefan Förner bezeichnete am Montag den Bericht als „Unsinn“. Müller sei lediglich ein weiterer Kandidat, „der von den Medien durchs Erzbistum getrieben wird“, sagte er.

Ein Kirchensprecher in Regensburg sagte, die Entscheidung über den Berliner Bischof falle in der Hauptstadt beziehungsweise im Vatikan. „Unser Bistum ist in keiner Weise an der Entscheidung beteiligt.“

Am 24. Februar 2011 hatte Papst Benedikt XVI. den altersbedingten Rücktritt des gesundheitlich schwer angeschlagenen Erzbischofs, Georg Kardinal Sterzinsky (75), angenommen. Der Erzbischof hatte am 18. April das Krankenhaus verlassen, eine Reha-Maßnahme angetreten, soll jetzt aber wieder im Krankenhaus sein.