Rekordverlust

222 Millionen Euro Minus für Berliner S-Bahn

Die Krise der Berliner S-Bahn kommt den Mutterkonzern Deutsche Bahn teuer zu stehen. Im Jahr 2010 fuhr die Tochter nach Unternehmensangaben ein Minus von 222,2 Millionen Euro ein.

Foto: JOERG KRAUTHOEFER

Die Berliner S-Bahn fährt immer weiter in die roten Zahlen. Das Tochterunternehmen der Deutschen Bahn hat das vergangene Jahr mit einem Rekorddefizit von 222,2 Millionen Euro abgeschlossen, gab S-Bahn-Chef Peter Buchner am Montag bekannt. Zweimal habe der Mutterkonzern, Deutsche Bahn AG, 2010 kurzfristig eingreifen müssen, um eine Zahlungsunfähigkeit seines Tochterunternehmens zu verhindern, sagte S-Bahn-Finanzvorstand Christian Kayser. Das bundeseigene Unternehmen habe inzwischen auch den vollen Fehlbetrag ausgeglichen, sodass die Berliner S-Bahn wieder liquide sei.

Wegen verschiedener Sicherheitsprobleme und zahlreichen Wartungsmängeln kann die Berliner S-Bahn seit nunmehr zwei Jahren nicht mehr den vertraglich vereinbarten Zugverkehr anbieten. Die Folge davon sind erhebliche Einnahmeverluste. Allein das Bestellerentgelt der Länder Berlin und Brandenburg ist aufgrund von Strafabzügen von knapp 265 Millionen Euro im Vorkrisenjahr 2008 auf 199 Millionen Euro im vergangenen Jahr gesunken. Die Jahrseinnahmen aus Fahrscheinverkäufen sanken im selben Zeitraum von 294 Millionen (2008) auf nur noch 190 Millionen Euro. Allein das sogenannte Entschuldigungspaket, das den Fahrgästen ermäßigte Tickets und Freifahrtmonate beschert, kostete die S-Bahn fast 115 Millionen Euro.

Trotz erheblicher Investitionen werde die Instandsetzung und Modernisierung der S-Bahn-Flotte noch bis weit in das Jahr 2012 dauern, so Buchner. Ziel sei es weiterhin, Ende des Jahres das volle Fahrplan-Angebot zu gewährleisten, wenngleich in vielen Fällen mit kürzeren Zügen.

© Berliner Morgenpost 2018 – Alle Rechte vorbehalten.