NPD-Aufmarsch

Polizei verhindert Randale bei Demonstration

Weitgehend friedlich sind zwei Aufzüge von rechten NPD-Anhängern und linken Gegendemonstranten in Mitte und Friedrichshain verlaufen. 18 Personen wurden festgenommen.

Foto: AFP

Die Berliner Polizei hat vor der Parteizentrale der Linken einen Zusammenstoß zwischen linken Demonstranten und Anhängern der NPD verhindert. Die Rechtsextremen hatten eine Kundgebung angemeldet, der Ort der Demonstration sollte eigentlich bis zu Beginn geheim bleiben.

Gegen 17.30 Uhr versammelten sich etwa 250 Personen vor dem Parteisitz in der Kleinen Alexanderstraße, um gegen die in unmittelbarer Nähe angemeldete Kundgebung der NPD in der Linien- Ecke Weydingerstraße zu demonstrieren. An dem Aufmarsch nahmen etwa 50 Personen teil.

Aus einem angrenzenden Bürogebäude warfen Unbekannte Wasserbomben auf die NPD-Anhänger vor dem Gebäude. Bei dem Versuch mehrerer linker Gegendemonstranten, aus dem Bürogebäude heraus die Versammlung zu stürmen, wurden drei Personen festgenommen. Die Polizei verhinderte, dass die Teilnehmer der beiden Demonstrationen direkt aufeinander trafen.

Diese Kundgebung der NPD wurde vom Versammlungsleiter gegen 20 Uhr beendet. Während sich die Gruppe danach auflöste, warfen Unbekannte an der Kreuzung Tor- Ecke Rosa-Luxemburg-Straße Steine und Flaschen auf Polizeibeamte und mehrere NPD-Anhänger. In diesem Zusammenhang nahm die Polizei mehrere Personen fest.

Gegen 19 Uhr kamen an der Kreuzung Karl-Marx-Allee Ecke Petersburger Straße rund rechte 50 Teilnehmer zusammen, um dort eine Kundgebung abzuhalten. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite versammelten sich etwa gleich viele linke Gegendemonstranten.

Nachdem die Veranstaltung diese gegen 20 Uhr vom Veranstalter beendet wurde, erklärte kurz darauf auch die Versammlungsleiterin der Gegenkundgebung ihre Veranstaltung für beendet.

Polizisten geleiteten die rechten Anhänger in den U-Bahnhof Frankfurter Tor. Hierbei und bei der Abfahrt zweier Fahrzeuge kam es zu Behinderungen durch die Teilnehmer der linken Gegenkundgebung, die von Polizeibeamten unterbunden wurden. Während der Kundgebung griffen mehrere Personen, von denen ein Tatverdächtiger gefasst wurde, zwei rechte Veranstaltungsteilnehmer in einer Grünanlage an der Karl-Marx-Allee an und verletzten sie am Kopf. Sie mussten im Krankenhaus behandelt werden.

Gegen 20.30 Uhr griffen etwa 15 Unbekannte einen zivil gekleideten Polizeibeamten in der Zola- Ecke Torstraße an, umzingelten sein Dienstfahrzeug und beschädigten Windschutzscheibe und Heckklappe.

Im gesamten Einsatzverlauf nahm die Polizei 18 Personen fest, denen unter anderem Landfriedensbruch, Zusammenrottung, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, Gefangenenbefreiung, Beleidigung, Sachbeschädigung und gefährliche Körperverletzung vorgeworfen wird.

Die Festgenommenen wurden wieder auf freien Fuß gesetzt. Die Polizei war mit rund 600 Beamten im Einsatz, von denen zehn verletzt wurden.

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