Großrazzia

Polizei hebt Ring von Buntmetalldieben aus

Rund 500 Polizeibeamte waren im Einsatz, um eine bundesweit agierende Bande von Buntmetalldieben zu zerschlagen. Auch in Berlin wurden Tatverdächtige festgenommen.

Nach mehr als einjährigen Ermittlungen hat die Bundespolizei einen bundesweiten Ring von Buntmetalldieben ausgehoben. Am Mittwoch seien in Rostock, Berlin und Pforzheim sieben Männer festgenommen worden. Ihnen werden insgesamt mehr als 60 Diebstähle vorgeworfen, teilte die Bundespolizei mit. Zeitgleich seien mehr als zwei Dutzend Wohnungen und Geschäftsräume durchsucht worden. Rund 500 Beamte waren den Angaben zufolge im Einsatz. Die Beamten stellten tonnenweise Beweismittel sicher.

Die 25 bis 51 Jahre alten Männer bosnischer und deutscher Herkunft stehen im Verdacht, seit Monaten in großem Stil Buntmetall gestohlen und damit gehandelt zu haben. So sollen sie vor allem von Bahnanlagen, aber auch von Firmengeländen Kupferdraht und andere Metalle entwendet haben. Allein bei einem Einbruch in ein Bahn-Stromwerk bei Rostock-Dalwitzhof sei ein Schaden von mehr als 50.000 Euro entstanden.

Einer Sonderkommission gelang es, die Strukturen der aus Bosnien stammenden Bande zu beleuchten. Schließlich ergab sich, dass der mutmaßliche Haupttäter ein Mann (51) ist, der seinen Wohnsitz in Berlin-Rudow hat. Zur Führungsriege sollen zudem seine beiden erwachsenen Söhne gehören.

Zeitgleich schlugen Bundespolizeieinheiten landesweit zu. So wurden fünf Haftbefehle im Raum Rostock vollstreckt, einer in Karlsruhe und einer am Flurweg in Rudow. Im Wohnhaus des mutmaßlichen Haupttäters wurde dessen Sohn mit seiner Familie angetroffen. Als der 25 Jahre alte Beschuldigte die schwer bewaffneten Polizisten sah, gab er auf und ließ die Angehörigen der Beweis- und Festnahmeeinheiten in das Haus.

Bei den sichergestellten Beweismitteln handelt es sich um Kabeltrommeln und Kupferkabel, Kabelschälmaschinen und Kabelschneidemaschinen sowie mehrere Computer und Mobiltelefone, die jetzt ausgewertet werden sollen.

Die Festgenommenen sollten einem Haftrichter vorgeführt werden, hieß es.