Waldgefahr

Schmetterlingsraupen fressen Grunewald-Eichen kahl

30 Hektar Wald sind von Raupen schon zerfressen worden. Die Situation ist besorgniserregend. Jetzt wollen die Förster mit großem Gerät ran und die Schädlinge vom Hubschrauber aus mit einem Bazillus bekämpfen.

Schmetterlingsraupen haben in den vergangenen Wochen im Grunewald Eichen befallen und an einigen Stellen erstmals sogar kahlgefressen. Die Situation sei an manchen Stellen besorgniserregend, sagte der Leiter des Forstamtes Grunewald, Elmar Kilz, am Dienstag bei einer Besichtigung des Grunewalds. „Vor allem auf lange Sicht ist der Befall für den Wald schädlich.“

Kilz hatte am Vormittag gemeinsam mit Experten des Pflanzenschutzamtes Berlin sowie des Landeskompetenzzentrums Forst Eberswalde die Schäden im Grunewald begutachtet.

Am schlimmsten sei das Revier Dachsberg im Grunewald betroffen, führte der Experte an. Auf rund 30 Hektar Wald seien fast 100 Prozent der Bäume von der sogenannten Frühjahrsfraßgemeinschaft angegriffen worden.

Schon seit drei Jahren gibt es laut Forstamt im Grunewald vermehrt Schäden an den Eichen. Diese seien jedoch noch nie so extrem gewesen wie in diesem Jahr. Verantwortlich für den starken Befall seien vor allem der für Insekten günstige Winter ohne Tauwetter sowie die das warme Frühjahr gewesen.

Für das kommende Jahr überlegt das Forstamt, die Schädlinge vom Hubschrauber aus mit einem Bazillus zu bekämpfen. Dieser zerstört die Raupen von innen und ist für alle anderen Tiere sowie für den Menschen ungefährlich.

Zur Fraßgemeinschaft zählen rund ein Dutzend verschiedene Schmetterlingsraupen, darunter der Eichenprozessionsspinner, der Laubwickler, der Schwammspinner und der Frostspanner. Die Raupen sind von Anfang April bis Ende Juli aktiv.