"Berliner helfen"

Spendenaktion für das Opfer der U-Bahn-Schläger

Nach dem brutalen Überfall auf dem U-Bahnhof Lichtenberg haben 104,6 RTL und Morgenpost Online mit dem Verein "Berliner helfen" eine Hilfsaktion ins Leben gerufen. Sie soll dem 30 Jahre alten Opfer eine Rückkehr ins normales Leben ermöglichen.

Nach dem brutalen Überfall auf dem U-Bahnhof Lichtenberg startet Morgenpost Online mit ihrem Verein Berliner helfen und dem Radiosender 104,6 RTL eine große Spendenaktion für das Opfer, den 30-jährigen Marcel aus Tegel. Der junge Mann liegt seit zehn Tagen im künstlichen Koma – seit er von vier Jugendlichen unfassbar grausam zusammengeschlagen und getreten wurde. Sein Gesundheitszustand ist kritisch, und es ist noch nicht absehbar, wann sich sein Zustand bessern wird und ob Folgeschäden zurückbleiben werden.

Der junge Maler war am Freitag voriger Woche mit einer Gruppe von Freunden und Kollegen unterwegs. Marcel und ein Arbeitskollege spielten noch eine Runde Billard, nachdem die anderen gegangen waren. Das wurde ihm zum Verhängnis. Als sich die beiden eine Stunde später auf den Heimweg machten, wurden sie auf dem U-Bahnhof Lichtenberg von vier Jugendlichen überfallen. Während sein Arbeitskollege auch dank der Hilfe eines Passanten entkommen konnte, wurde Marcel brutal zusammengeschlagen und liegt seitdem auf der Intensivstation des Unfall-Krankenhauses Marzahn.

Unfassbare Tat

„Jedes Mal, wenn wir ins Krankenhaus gehen, ist es für uns unfassbar, was Marcel angetan wurde“, sagt seine Schwester Katja de Graaf. Die 34-Jährige ist selbst Krankenschwester und versteht die Sprache der Mediziner sehr gut. Marcels Zustand sei nach wie vor kritisch, und es ist noch nicht absehbar, wann er aus dem künstlichen Koma geholt werden kann, haben die Ärzte ihr gesagt. Ihr Bruder hat bereits mehrere Operationen am Kopf hinter sich, um die Blutungen zu stillen und das Gehirn abschwellen zu lassen. Seit einer Woche sitzen Schwester und Mutter abwechselnd am Krankenbett, damit immer jemand bei Marcel ist.

Dass er dort liegt und was ihm passiert ist, hat seine Mutter erst am Dienstag, vier Tage nach der Tat, erfahren – durch einen Anruf der Kripo auf ihrem Handy. „Dabei hatte sie sich schon seit Sonnabend Sorgen gemacht, denn sie war mit Marcel verabredet gewesen“, sagt Katja de Graaf. Sie beschreibt ihren Bruder als zurückhaltend und feinfühlig. „Und unglaublich tierlieb. Als Kind hat er immer Ameisen und Blindschleichen angeschleppt. Er ist gern draußen, liebt die Natur“, erzählt seine ältere Schwester, während sie mit den Tränen kämpft.

Nach dem Realschulabschluss hat Marcel eine Malerlehre begonnen, die er ein halbes Jahr früher als üblich erfolgreich abschließen konnte. Doch dann hatte er viel Pech, erinnert sich Katja de Graaf. Mehrere Firmen, bei denen er anfing zu arbeiten, gingen in die Insolvenz, teilweise bekam er seinen Lohn nicht ausbezahlt. Doch seit einem halben Jahr lief es richtig gut bei der neuen Firma: „Die Arbeit machte ihm Spaß, nette Kollegen, ein toller Chef – und er sollte fest übernommen werden“, sagt seine Schwester, „darauf hat er sich so gefreut.“

Der brutale Überfall hat alle Zukunftspläne ihres Bruders erst einmal zunichte gemacht. Und auch das Leben seiner Familie dreht sich nur noch um die Frage: Wird Marcel wieder gesund?

Große Anteilnahme

Seine zehnjährige Nichte Romina stand auch schon an Marcels Krankenbett. Katja de Graaf hat lange überlegt, ob das nicht zu viel für das Mädchen sei, aber ihre Tochter hat sie dann überzeugt: „Mein Onkel soll doch wissen, dass ich ihn lieb habe und für ihn da bin“, sagt seine Nichte. Katja de Graaf ist sehr dankbar für die Anteilnahme der Berliner. „Im Krankenhaus wurden Briefe für mich abgegeben. Wir sollen stark sein und durchhalten, aber ich mache mir furchtbare Sorgen um meinen Bruder“, sagt sie.

Noch ist nicht absehbar, ob Marcel nach dem brutalen Überfall wieder gesund werden wird und mit welchen gesundheitlichen Beeinträchtigungen zu rechnen ist. Der Verein Berliner helfen der Morgenpost bittet deshalb um Spenden für Marcel – um ihn bei der Rückkehr in ein normales Leben zu unterstützen.

Betroffen gemacht haben die Familie Gerüchte, Marcel hätte angeblich etwas mit der rechten Szene zu tun. „Damit hat er überhaupt nichts am Hut – ganz im Gegenteil, das können alle seine Freunde bestätigen“, sagt seine Schwester empört.

Auf seine Facebook-Seite hat Marcel ein Zitat gestellt: „Denn das Leben geht immer wieder von vorne los und ist ein Geschenk“. Seine Familie und seine Freunde hoffen inständig, dass es für Marcel tatsächlich so sein wird.

Wenn Sie dem jungen Mann helfen wollen, mit den Folgen des brutalen Überfalls fertigzuwerden, und ihn bei seiner Genesung und der Rückkehr in ein normales Leben unterstützen wollen, spenden Sie bitte an:

Berliner helfen e.V.

Spendenkonto 55

Stichwort: Marcel

Bank für Sozialwirtschaft

BLZ 100 205 00

Jede Spende wird ohne Abzüge weitergegeben. Die Kosten für den Verein trägt die Berliner Morgenpost.