Berliner Nahverkehr

BVG-Streik – und kaum jemand merkt es

Der siebenstündige Warnstreik bei der BVG ist im Berufsverkehr verpufft. U-Bahnen und Busse fuhren fast im Normaltakt. Allenfalls in Spandau hatte die BVG Probleme. Die Gewerkschaft droht: Das war nur ein Warnschuss.

Foto: dpa / dpa/DPA

Einige Zugausfälle und Verspätungen, aber kein Chaos: Ein siebenstündiger Warnstreik bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) hat den den Berufsverkehr am Donnerstagmorgen kaum beeinträchtigt. Die Auswirkungen der Arbeitsniederlegungen seien „relativ mild“, bilanzierte BVG-Sprecherin Petra Reetz. Es habe zwar einzelne Ausfälle gegeben, doch hätten die Fahrgäste nicht länger als zehn Minuten auf den nächsten Bus oder die nächste U-Bahn warten müssen.

Die meisten Zugausfälle gab es laut BVG auf der Linie U 3. Bei den Bussen soll es nur in Spandau spürbare Verspätungen gegeben haben. Alle wichtigen Linien wie etwa TXL seien nach Fahrplan gefahren, sagte Reetz. Auch sämtliche Trams verkehrten planmäßig.

"Das war nur ein Warnschuss“

Rund 500 BVG-Beschäftigte hatten nach Angaben der Gewerkschaft dbb Beamtenbund und Tarifunion am frühen Morgen die Arbeit niedergelegt. In dem Tarifkonflikt will die Gewerkschaft Verbesserungen bei der Arbeitszeit und den Arbeitsbedingungen erreichen. „Das war nur ein Warnschuss“, sagte dbb-Verhandlungsführer Willi Russ.

Man habe nur einen Teil der Mitglieder mobilisiert. „Unser Ziel war es, ein Signal zu senden, dass wir endlich ein verhandelbares Angebot brauchen.“ Jetzt seien die Arbeitgeber am Zug. Sollte sich die BVG nicht bewegen, könne die Gewerkschaft durchaus nachlegen, hieß es.

Die bei der BVG mitgliederstärkere Gewerkschaft Verdi hatte sich nicht am Warnstreik beteiligt. BVG-Chefin Sigrid Evelyn Nikutta rief die dbb Tarifunion auf, unterschiedliche Ansichten und Meinungen „nicht auf dem Rücken der Fahrgäste auszutragen, sondern am Verhandlungstisch auszudiskutieren“.

Wieder Odeg bestreikt

Zu spürbareren Beeinträchtigungen im Berufsverkehr kam es dagegen im Umland. Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hatte erneut zu einem Streik bei der Ostdeutschen Eisenbahn (Odeg) aufgerufen. Auf der OE35 zwischen Fürstenwalde und Bad Saarow sowie der OE63 Eberswalde - Angermünde fielen alle Züge aus. Auf der OE36 von Berlin-Schöneweide nach Frankfurt (Oder) sowie auf der OE60 zwischen Eberswalde und Frankfurt (Oder) wurde ein Ersatzverkehr mit Bussen eingerichtet. Hintergrund der Lokführerstreiks bei der ODEG sind die seit Wochen stockenden Verhandlungen über einen neuen Tarifvertrag. Die Gewerkschaft verlangt von dem Unternehmen, den bundesweiten Rahmentarifvertrag für Lokführer zu akzeptieren.