Kinderbetreuung

Berlin will kurzfristig mehr Kita-Plätze schaffen

Die Kita-Situation in Berlin ist frustrierend: Spätestens mit der Geburt des Kindes beginnen Eltern in einigen Bezirken schon mit der Suche nach einem Kita-Platz. Erfolg ist trotzdem nicht garantiert. Der Senat will nun gegensteuern.

Fehlende Kita-Plätze in bestimmten Stadtteilen sorgen seit längerem bei vielen Eltern für Unmut – nun will der Berliner Senat „kurzfristig“ mehr Plätze schaffen. Gemeinsam mit den Bezirken und Kita-Trägern wolle man durch eine Reihe von Maßnahmen für Abhilfe sorgen, kündigte Bildungssenator Jürgen Zöllner (SPD) am Dienstag nach der Senatssitzung an. Bereits genehmigte Kita-Plätze sollen „aktiviert“, das heißt konkret angeboten werden. Dafür sollen die Bezirke mit Unterstützung des Senats und des Liegenschaftsfonds die geeigneten Räume bereitstellen.

Außerdem werden laut Zöllner derzeit deutlich mehr Menschen zu Erziehern ausgebildet als noch in den vergangenen Jahren, so dass genug geeignetes Personal zur Verfügung stehen soll. Rein rechnerisch seien jetzt schon ausreichende Kapazitäten an Kita-Plätzen vorhanden.

Allerdings sei die Auslastung der Kitas in den verschiedenen Bezirken sehr unterschiedlich, so der Senator: „Ich kann nicht ausschließen, dass es punktuell tatsächlich zu Schwierigkeiten kommt.“ Sein Sprecher Christian Walther meinte: „Wir haben hier eine Versorgungssituation, nach der sich der Rest der Republik die Finger lecken würde.“

Eine gemeinsame Arbeitsgruppe von Senat und Bezirken entwickelt derzeit verbindliche Vorgaben für die künftige Planung. 140.000 Plätze in Kindertagesstätten seien aktuell genehmigt, aber nur 122.000 davon belegt, sagte Zöllner. In den nächsten Jahren wachse der Bedarf. Nach den Prognosen sollen bis 2015 in der Altersgruppe bis drei Jahre weitere 2850 Plätze gebraucht werden. Bei den drei- bis sechsjährigen Kindern werden 5750 zusätzliche Kita-Plätze benötigt.

In Stadtteilen wie Prenzlauer Berg, Mitte oder Friedrichshain, wo viele junge Eltern wohnen, fehlten in den vergangenen Jahren viele Kita-Plätze. Meist gab es nicht genug Räume für neue Kitas sowie nicht genug Erzieherinnen für mehr Stellen in bestehenden Kitas. Viele Eltern wollten auch nicht jeden Morgen weit fahren, um die Kleinkinder vor der Arbeit in einem anderen Stadtteil abzugeben. Zuständig für das Angebot seien eigentlich die Bezirke, sagte Zöllner.