Reaktion auf Mietspiegel

Krawall in Mitte nach Räumung von besetztem Haus

Weil der Mietspiegel offenbarte, wie stark in Berlin die Preise fürs Wohnen steigen, haben etliche Linksextreme am Montag ein Haus in Kreuzberg besetzt. Die Polizei schritt ein. Dafür flogen in dieser Nacht Flaschen und Steine in der Stadt.

Foto: dpa / dpa/DPA

Nach der Vorstellung des neuen Mietspiegels und der Räumung eines besetzten Hauses am Montag haben in der Nacht vermutlich linksextreme Täter Steine geworfen und Feuer gelegt. Auf den Nebensitz der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung am Köllnischen Park in Mitte flogen Steine in mehrere Fensterscheiben. Außerdem warfen die Täter nach Polizeiangaben vom Dienstag Flaschen mit Farbe gegen die Fassade des Gebäudes. Eine Pförtnerin alarmierte gegen 1.30 Uhr die Polizei.

In der Nähe einer Baustelle für Neubauwohnungen in der Sebastianstraße in Mitte wurde ein Teil eines Lastwagens angezündet. Die Polizei löschte das Feuer gegen 0.30 Uhr. Um 3.40 Uhr entdeckten Wachleute Flammen auf einer Baustelle am Patentamt auf der Gitschiner Straße. In allen Fällen prüft der politische Taten zuständige Staatsschutz der Polizei.

Das größtenteils unbewohnte Haus in der Schlesischen Straße war von etwa einem Dutzend Protestierern besetzt worden. Damit wollten sie gegen die ihrer Ansicht nach zu hohen Mieten demonstrieren. Am Montag war in Berlin der neue Mietspiegel vorgestellt worden, der für die Hauptstadt um acht Prozent gestiegene Mieten ausweist.

Die Polizei räumte auf Antrag des Eigentümers am Montagabend mit etwa 200 Beamten das Haus. Etwa 100 Sympathisanten der Besetzer wurden auf der Straße abgedrängt. Es gab einige verletzte Polizisten. Die Hausbesetzer wurden nach Feststellung ihrer Personalien wieder freigelassen.