Festnahme

Mutter täuscht Entführung ihrer Tochter vor

Die Berliner Polizei hat eine Frau festgenommen, die mit einer vorgetäuschten Entführung ihren Ex-Mann erpressen wollte. Das angebliche Opfer: die gemeinsame 14 Jahre alte Tochter.

Polizisten des Mobilen Einsatzkommandos (MEK) haben am Freitag eine 44 Jahre alte Kubanerin in Berlin-Charlottenburg festgenommen. Sie soll die Entführung ihrer 14 Jahre alten Tochter vorgetäuscht haben. Gegen die Frau ermittelt nun die Staatsanwaltschaft.

Die Kubanerin hatte sich bei ihrem 77 Jahre alten Ex-Ehemann gemeldet und berichtet, dass das gemeinsame Kind verschwunden sei. Unbekannte hätten angeblich ein Lösegeld von 5000 Euro gefordert. Sie selbst wollte 3000 Euro beisteuern und erbat die Differenz von ihrem früheren Mann. Die Polizei wurde eingeschaltet.

Die Ermittlungen führten zu dem Verdacht, dass die Frau die Entführung nur vorgetäuscht haben könnte. Das MEK observierte die 44-Jährige schließlich und stellte sie vor ihrer Wohnung an der Schillerstraße – sie war in Begleitung ihrer Tochter. Im Moment wird noch geprüft, welcher Vorwurf gegen die Frau erhoben wird. Wahrscheinlich ist eine Anklage wegen der Vortäuschung einer Straftat oder sogar wegen Erpressung.

Der heute 77-Jährige hatte die Frau im Urlaub auf Kuba kennengelernt. Bei seinem dritten Aufenthalt in dem Karibikstaat stellte sie ihm ihre Tochter vor, der Mann nahm beide mit nach Deutschland. 2003 folgte die Scheidung.