Gefährlicher Darmkeim

Berliner schleppen EHEC aus dem Norden ein

In Berlin sind bislang sechs Menschen schwer an EHEC erkrankt. Fünf von ihnen waren vor kurzem in Norddeutschland. Während sich die Erkrankungswelle dort rasant ausweitet, wollen sehen Behörden noch keinen EHEC-Ausbruch in Berlin.

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Nach Angaben des deutschen Fruchthandelsverbandes ist der Absatz eingebrochen. Kritik an den Pauschaläußerungen von Wissenschaftlern und Behörden.

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In Berlin gibt es bislang sechs bestätigte oder Verdachtsfälle von schweren Erkrankungen mit dem aggressiven Darmkeim EHEC. Sechs sogenannte HUS-Fälle seien in der Hauptstadt gemeldet worden, sagte Silvia Kostner, Sprecherin des Landesamtes für Gesundheit und Soziales. HUS ist die Abkürzung für hämolytisch-urämisches Syndrom, den schweren Verlauf der Infektion, der zu Nierenschäden bis hin zum Tod führen kann.

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Bei fünf Menschen habe sich herausgestellt, dass diese vor kurzem in Norddeutschland gegessen hätten, erklärte die Sprecherin. Weitere neun Fälle von bislang leichteren EHEC-Infektionen gibt es in der Hauptstadt. Ein schwerer weiterer Krankheitsverlauf sei hier aber noch nicht auszuschließen.

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Die Zahl der Infektionen in der Hauptstadt ist im Vergleich zu den nördlichen Bundesländern, wo der Schwerpunkt der Infektionswelle liegt, aber noch gering. „Ein Ausbruch ist in Berlin noch nicht der Fall“, sagte Kostner. Dieser sei auch nicht mehr so wahrscheinlich. Das Robert Koch-Institut, das die Meldungen der HUS- und EHEC-Fälle sammelt, werde erst am kommenden Montag wieder neue Zahlen übermitteln. Weiterhin sollten Verbraucher darauf achten, Gemüse immer gründlich zu waschen.

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Binnen einer Woche wurden in Deutschland in Verbindung mit EHEC so viele HUS-Fälle registriert wie sonst in einem ganzen Jahr nicht. Mehrere Todesfälle wurden inzwischen von den Behörden bestätigt. Am Freitag weitete sich die Erkrankungswelle im Noren aus. Allein in Hamburg wurden bis zum Vormittag 400 Fälle gemeldet. In Schleswig-Holstein verdoppelte sich die Zahl der bestätigten Infektionen mit dem aggressiven Durchfallerreger innerhalb eines Tages auf mehr als 200 Fälle. Die Welle sorgte in Hamburger Kliniken für einen ersten Engpass beim Bluplasma.