Nach Sanierung

Goldelse jetzt noch goldener auf der Siegessäule

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Siegessäule feierlich wiedereröffnet

Die Siegessäule auf der Straße des 17. Juni ist am Freitag nach 17 Monaten Sanierung feierlich wiedereröffnet worden. Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) sagte, die Siegessäule sei heute kein Zeichen der Auseinandersetzung mit den Nachbarn mehr, sondern erinnere an fröhliche Veranstaltungen. Auf dem Festakt wurde symbolisch ein goldener Schlüssel zu dem Turm übergeben.

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Nach 17 Monaten Sanierung ist die Berliner Siegessäule nun wieder geöffnet. Rund 4,3 Millionen Euro kostete die Rundum-Erneuerung der „Goldelse", die mit 24-karätigem Blattgold neu vergoldet wurde.

Die Siegessäule auf der Straße des 17. Juni ist am Freitag nach 17 Monaten Sanierung feierlich wiedereröffnet worden. Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) sagte, die Siegessäule sei heute kein Zeichen der Auseinandersetzung mit den Nachbarn mehr, sondern erinnere an fröhliche Veranstaltungen. Auf dem Festakt wurde symbolisch ein goldener Schlüssel zu dem Turm übergeben.

Die Berliner – die die Statue auch Goldelse nennen – können ab Samstag (21. Mai) von der Plattform der Säule wieder den Panoramablick über das Zentrum der Hauptstadt genießen.

Saniert wurden den Angaben zufolge neben der Säule auch die vier Tunnelhäuser und die Tunnelanlage. Mit der Instandsetzung wurde zudem die goldene Statue auf der Spitze der Säule mit 24-karätigem Blattgold neu vergoldet. Die Statue stellt die römische Siegesgöttin Viktoria dar. Insgesamt wurden an der Statue, den Kanonen und weiteren Zierbauteilen über ein Kilogramm Gold aufgebracht. Die rund 4,3 Millionen Euro teure Sanierung wurde mit Landes-, Bundes- und EU-Mitteln finanziert.

Wie sonst nur das Brandenburger Tor hat sich das Bild der Siegessäule mit dem von Berlin verbunden. Wim Wenders ließ seinen von Bruno Ganz gespielten Engel in „Himmel über Berlin“ 1987 auf den Schultern der Viktoria zu Filmbeginn erst sitzen und dann in die Stadt gleiten. Die Loveparade machte das Symbol endgültig in der ganzen Welt bekannt.

Dabei 8,30 Meter hohe Frauenskulptur eigentlich eine kriegerische Vergangenheit: Als Symbol des Triumphs ließ Kaiser Wilhelm I. sie 1873 aufstellen, um die Siege Preußens über Dänemark (1864), Österreich (1866) und Frankreich (1870-71) zu feiern – jene Kriege, die zur Gründung des Deutschen Reiches mit der Hauptstadt Berlin führten. Vor allem aus Geringschätzung für ihren Herrscher sollen die Berliner der freundlich dreinblickenden Dame in luftiger Höhe den Namen Goldelse verpasst haben.

An ihrem heutigen Standort auf einer Verkehrsinsel am Großen Stern wohnt die Goldelse erst seit der Nazizeit. Zunächst stand sie auf dem heutigen „Platz der Republik“ vor dem Gelände, wo ab 1884 der Reichstag erbaut wurde. Die französischen Alliierten wollten sie nach dem Zweiten Weltkrieg gern beseitigen, scheiterten jedoch am Veto von Amerikanern und Briten. Sie war und ist Teil der großen Sichtachse vom Ernst-Reuter-Platz zum Brandenburger Tor, die jahrzehntelang durch die Mauer zerschnitten wurde.

Die Arbeiten schlossen die Erneuerung der größtenteils aus den 30er Jahren stammenden Haustechnik ein, genauso wie die Entfernung von Graffiti auf den Carrera-Marmorflächen im Innern der Säule. An der Statue, den Kanonen, Geländern, Rosetten und Zierleisten wurde etwas mehr als ein Kilogramm 24-karätiges Blattgold aufgetragen. Rund 35.000 Euro kostete nach Angaben der Berliner Senatsverwaltung allein der Goldbelag. Das Geld für die gesamte Aufhübschung der in die Jahre gekommenen Viktoria kam nicht nur vom Land Berlin, sondern auch vom Bund und der Europäischen Union.

( ddp/AFP/toto )