Vandalismus

Dach des Hauses Liebigstraße 14 zerstört

Unbekannte haben in der Nacht zu Sonnabend das Dach des ehemals besetzten Hauses Liebigstraße 14 in Berlin-Friedrichshain teilweise abgedeckt. Durch ein rund 15 Quadratmeter großes Loch drangen sie in das Nebengebäude ein und randalierten dort.

Foto: dapd / dapd/DAPD

Unbekannte sind in der Nacht zum Sonnabend in das Haus an der Liebigstraße 14 in Friedrichshain eingedrungen und haben das Dach des Eckhauses teilweise abgedeckt und beschädigt. Dabei war die Zerstörung des Daches scheinbar nicht das Hauptziel der Täter. Durch das rund 15 Quadratmeter große Loch im Dach des Hauses konnten sie bis auf den Speicher des Hauses Rigaer Straße 96 vordringen. Dort stahlen und zerstörten sie Ziegel, sägten Dachbalken an und traten Wasserrohre kaputt, teilte die Polizei mit.

Eine Mieterin aus dem vierten Stock hatte etwa zwei Stunden nach Mitternacht die Polizei gerufen. In ihrem Bad sowie in darunterliegenden Wohnungen lief Wasser von der Decke. Zuvor hatte die Frau Sägegeräusche vom Dachboden gehört. Zudem gab ein Zeuge an, gegen 23.30 Uhr eine Gruppe dunkel gekleideter Personen auf dem Dach gesehen zu haben, wie ein Polizeisprecher weiter sagte. Feuerwehrmänner sicherten das Gebälk. Die Polizei hat die Bauaufsicht informiert, weil es wegen der angesägten Balken Probleme mit der Statik geben könnte. Die Feuerwehr und das technische Hilfswerk übernahmen die vorläufige Sicherung.

Da ein politisches Motiv der Tat in dem Gebäude an der Ecke Rigaer/Liebigstraße nicht ausgeschlossen wird, hat der Staatsschutz die Ermittlungen übernommen, teilte der Sprecher mit. Es wird vermutet, dass Mitglieder der linksautonomen Szene für die Zerstörung verantwortlich sind. Der Gebäudekomplex Liebigstraße 14, Rigaer Straße 96, 95 und 94 gehört der Lila GbR, die die Häuser 1999 gekauft hatte. Die linksextreme Szene macht seit geraumer Zeit gegen Besitzer und künftige Mieter des ehemals besetzten Hauses an der Liebigstraße mobil. Auf einer Internetseite werden potenzielle Mieter, die sich für das Gebäude in Friedrichshain-Kreuzberg interessieren, bedroht.

Der Altbau wird derzeit saniert. Bei der Räumung im Februar 2011waren rund 2500 Beamte im Einsatz, 62 wurden verletzt. Im Anschluss daran kam es deutschlandweit zu Krawallen. In Berlin zogen Linksautonome durch Friedrichshain, Kreuzberg und Mitte. Sie beschädigten oder zerstörten Schaufenster, Bushaltestellen und Autos.