Nach Test-Urteil

Miese Qualität - KaDeWe feuert Fischlieferanten

Ausgerechnet der teure Wildlachs von der Theke im Berliner KaDeWe hatte bei einer Überprüfung durch die Stiftung Warentest schlecht abgeschnitten. Das Haus am Tauentzien reagierte prompt: Es wechselte den Fischlieferanten und entschuldigt sich bei seinen Kunden.

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Nach der Riesenpleite beim Lachstest der Stiftung Warentest (Urteil „mangelhaft“) hat das KaDeWe erste Konsequenzen gezogen und seinen Fischlieferanten sofort gefeuert. Er hatte falsch etikettierten Zuchtlachs als Wildlachs angeboten und so der Gourmetabteilung des Hauses ein vernichtendes Urteil eingebracht. „Bis dahin hatte der Händler uns über Jahre stets zuverlässig beliefert. Es gab nie Beanstandungen und Qualitätsprobleme,“ sagte Kaufhaus-Sprecherin Petra Fladenhofer auf Anfrage. Allerdings könne sich das KaDeWe einen solchen Vorfall nicht leisten und musste Konsequenzen ziehen, heißt es weiter.

Das KaDeWe zeigte sich über das Testergebnis bestürzt und nahm nach interner Information durch die Stiftung Warentest bereits im November den Wildlachs aus dem Sortiment. „Der Test war schon im Sommer“, so Petra Fladenhofer, „aber das Ergebnis wurde uns leider erst Wochen später mitgeteilt. Sonst hätten wir schon früher reagiert.“ Auch für den zweiten Test–Vorwurf der „verdorbenen Lachsstücke“ könne man sich nur entschuldigen.

Im Gegensatz zum abgepackten Lachs kann der Verbraucher beim „losen“ Kauf an der Fischtheke im KaDeWe nicht erkennen, wie es mit der Haltbarkeit steht. Die Stücke werden vom geräucherten Fisch direkt abgeschnitten. Kein Schild weist auf die Haltbarkeitsdauer hin.

Das KaDeWe verweist auf eigene Warentester, die allerdings nur sporadisch untersuchen. „Wir haben schon seit Jahren interne Lebensmittelkontrollen“, sagt Petra Fladenhofer, „nach diesem Vorfall werden diese aber verstärkt. Der Kunde soll bei uns Qualitätsware erhalten.“