Brandenburg

Räuber beim Sprengen von Geldautomaten gefasst

Ein Berliner und ein Brandenburger sind in Lindow gefasst worden, nachdem sie den Geldautomaten einer Bank gesprengt hatten. Bei ihrer Festnahme fiel auch ein Schuss.

Beim Einsatz gegen zwei bewaffnete Geldautomaten-Knacker in Lindow (Ostprignitz-Ruppin) hat ein Berliner Polizist in der Nacht zum Montag geschossen. Das teilte der Neuruppiner Leitende Oberstaatsanwalt Gerd Schnittcher mit. Ob der Schuss zur Warnung, aus Notwehr oder aus Versehen fiel, blieb zunächst unklar.

Den Angaben zufolge hatten Beamte eines Berliner Spezialeinsatzkommandos einen mehrfach vorbestraften 44-jährigen Berliner und einen 28 Jahre alter Mann aus Kyritz beobachtet. Sie wurden verdächtigt, eine Straftat zu planen. Nachdem die beiden Täter gegen Mitternacht den Automaten in einer Sparkassenfiliale aufgesprengt hatten, wollten sie laut Staatsanwaltschaft zu ihrem in der Nähe geparkten Auto gehen. An das Geld sollen sie nicht gelangt sein.

Bei der Festnahme durch Berliner Polizisten habe sich der Kyritzer sofort ergeben, während sein Komplize eine im Hosenbund steckende scharfe Handfeuerwaffe zog. Darauf habe der Beamte einen Schuss in dessen Richtung abgegeben, sagte Schnittcher. Das Geschoss durchschlug nach Darstellung der Berliner Polizei die Fensterscheibe einer nahen Spielothek. Der 44 Jahre alte Geldautomaten-Knacker konnte dann überwältigt werden. Den Angaben zufolge wurde er leicht am Kopf verletzt, aber mittlerweile aus dem Krankenhaus entlassen. Auch sein jüngerer Komplize hatte eine scharfe Waffe dabei, wie sich später herausstellte.

Die Neuruppiner Staatsanwaltschaft leitete gegen den Berliner, der gerade aus dem Gefängnis entlassen worden war, ein Verfahren wegen des Anfangsverdachts des versuchten Mordes an einem Polizeibeamten ein. Dagegen gebe es keine Veranlassung für ein Verfahren gegen den Berliner Polizisten.

In Berlin durchsuchte die Polizei nach eigener Darstellung später noch die Wohnung eines weiteren 28 Jahre alten Beschuldigten, wo sie eine 44 Jahre alte Frau und zwei Kampfhunde antraf. Als die Tiere die Beamten angriffen, hätten die Polizisten sie erschossen, hieß es. Der mit einem Messer bewaffnete Gesuchte sei kurz darauf im Hausflur festgenommen worden. Für die beiden auf frischer Tat festgenommenen Männer habe die Staatsanwaltschaft Haftbefehle beantragt. Die Behörde hatte schon gegen das Duo ermittelt.

Dass Berliner Beamte auch in Brandenburg ermittelten, sei nichts Ungewöhnliches, sagte er. Die Ermittlungen gegen die beiden Männer seien Teil eines Berliner Verfahrens.