Pannenserie

Berliner S-Bahn soll Schadenersatz zahlen

Durch die Ausfälle bei der Berliner S-Bahn haben auch andere Verkehrsunternehmen Verluste erlitten. So macht die Woltersdorfer Straßenbahn GmbH das Berliner Unternehmen für einen Rückgang der Fahrgäste um 20 Prozent verantwortlich – und verlangt einen finanziellen Ausgleich. Auf die S-Bahn könnten noch weitere Forderungen zukommen.

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Das monatelange S-Bahnchaos könnte für die S-Bahn Berlin GmbH noch weitreichendere finanzielle Folgen haben als bisher bekannt. Die Woltersdorfer Straßenbahn GmbH verlangt als Mitglied des Verkehrsverbunds Berlin Brandenburg (VBB) einen Ausgleich für absehbare Umsatzeinbußen als Folge der monatelangen Verkehrsprobleme. Bei dem Unternehmen sind seit dem Frühsommer die Fahrgastzahlen von 2000 am Tag um rund 20 Prozent eingebrochen. Die Straßenbahn GmbH gehört je zur Hälfte dem Landkreis und der Gemeinde.

„Aufgrund der eingeschränkten S-Bahnanbindung sind viele Pendler aufs Auto umgestiegen“, sagte Bürgermeister Wolfgang Höhne (parteilos). Höhne sagt, dass die Höhe der drohenden Verluste noch nicht zu beziffern sei. Aber er verlangt grundsätzliche Antworten von der S-Bahn Berlin: „Ich möchte wissen, wie, wann und von wem Schäden ausgeglichen werden.“

Ähnliche Erfahrungen haben auch andere Mitglieder des aus 42 Unternehmen bestehenden VBB gemacht. Bei der Verkehrsbetrieb Potsdam GmbH heißt es, es seien Stammkunden verloren gegangen. Außerdem werde das Wachstum, das bisher bei rund acht Prozent im Jahr gelegen habe, 2009 nur etwa zwei Prozent erreichen. „Die Frage der Kompensation kommt da natürlich schon auf“, sagte VBB-Chef Hans-Werner Franz. ddp/hed