Großflughafen

Wowereit sieht BBI-Eröffnung nicht gefährdet

Im Juni 2012 soll der neue Großflughafen BBI in Schönefeld eröffnet werden. Doch es sind neue Klagen gegen das Projekt und die künftigen Flugrouten über Berlin und Brandenburg angekündigt.

Trotz drohender Klagen gegen die Flugrouten wird der künftige Hauptstadtflughafen BBI nach den Worten von Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) pünktlich eröffnet. „Ich habe überhaupt keine Zweifel daran, dass der Eröffnungstermin zu halten ist“, sagte Wowereit. „Der Bau ist voll im Gange. Der Baufortschritt ist auch in Schönefeld zu sehen“, so der Regierungschef, der zugleich Aufsichtsratschef der Flughafengesellschaft ist. „Insofern ist der Eröffnungstermin am 3. Juni 2012 aus meiner Sicht nicht gefährdet. Auch nicht durch eventuelle Klagen, denn die Klagen haben keine rechtliche Grundlage.“ Wowereit betonte erneut, er sei von der neuen Flugroutenplanung genauso wie die Bürger überrascht worden: „Ich habe erst im September 2010 von den abknickenden Flugrouten erfahren und nicht vorher.“

Die Flugsicherung hatte im September überraschend Abflugrouten vorgeschlagen, die stark von den bisherigen Annahmen abweichen, wonach Jets geradlinig von den beiden Pisten abheben. Dadurch würden auch andere Berliner Stadtteile und Brandenburger Gemeinden mit Fluglärm belastet. Tausende Berliner und Brandenburger protestieren deshalb seit Wochen dagegen.

Wowereit betonte, dass die Flugrouten noch nicht endgültig festgelegt seien. Zur Zeit würden sie noch diskutiert. „Und ich persönlich kann nachvollziehen, dass jetzt neu durch Fluglärm belastete Bürger sagen, sie haben ihre individuelle Kaufentscheidung für Grundstücke danach ausgerichtet, wie die Flugrouten verlaufen sollten, auch wenn sie noch nicht rechtsverbindlich festgelegt waren.“ Vertrauensschutz sei bei der Entscheidung über die Flugrouten ein wichtiges Kriterium. „Berlin hat sich da eindeutig positioniert. Wir sind der Meinung, dass eine 15-Grad-Abknickung von der Nordbahn nicht notwendig ist. Wir fordern da eine Rückkehr zur ursprünglichen Routenplanung, und dann wäre der Vertrauensschutz für die Bürger auch wieder hergestellt.“

( dpa/sei )