Schläge und Nasenbrüche

Drei neue Gewalttaten in Berliner U-Bahnhöfen

In der Nacht zum Sonnabend ist es in Berlins U-Bahnen erneut zu mehreren gewalttätigen Übergriffen gekommen. Eine 17-Jährige wurde dabei mit einer Glasflasche attackiert. Die Polizei konnte mehrere Schläger festnehmen.

Bei Schlägereien auf mehreren U-Bahnhöfen sind in der Nacht zu Sonnabend und am frühen Morgen Fahrgäste verletzt worden. Dem Sicherheitspersonal der BVG und der Polizei gelang es, einige Tatverdächtige noch im U-Bahnhofbereich zu stellen.

Auf dem U-Bahnhof Hallesches Tor eskalierte gegen 2.30 Uhr ein Streit zwischen einer 17-Jährigen und einem 27-Jährigen. Der Mann schlug dem Mädchen in der U1 Richtung Uhlandstraße eine Glasflasche gegen den Kopf. Die Jugendliche trug eine blutende Schnittwunde an der Stirn davon und musste in ein Krankenhaus eingeliefert werden. Polizisten nahmen den Verdächtigen noch am Tatort fest.

Den 27-jährigen Tatverdächtigen nahmen Polizisten noch am Tatort fest. Gegen ihn wird wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung ermittelt. Gegen die Frau leiteten die Beamten ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Beleidigung ein. Beide waren zum Tatzeitpunkt betrunken.

Eine Gruppe Erwachsener wurde Sonnabend früh gegen 3 Uhr in Charlottenburg angegriffen, als sie die U- Bahnlinie 2 in Richtung Pankow an der Station Zoologischer Garten verlassen hatten. Mehrere Männer schlugen noch auf dem Bahnsteig plötzlich mit ihren Fäusten auf die drei 25-Jährigen ein; diese erlitten leichte Kopfverletzungen, einem 25-Jährigen wurde die Nase gebrochen.

Zwei 32- und 47-jährige Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes der BVG wurden auf das Geschehen aufmerksam und schritten sofort ein. Während eine BVG-Mitarbeiterin bei den drei Opfern blieb, nahm ihr Kollege die Verfolgung auf und stellte einen 18-jährigen Tatverdächtigen. Seine Komplizen entkamen unerkannt.

Die alarmierten Polizeibeamten leiteten Ermittlungen wegen gefährlicher Körperverletzung ein und brachten den festgenommenen Schläger zur Blutentnahme.

Am Sonnabendmorgen erschien ein 28-Jähriger auf einer Polizeiwache und gab an, gegen 6 Uhr von zwei Männern auf dem U-Bahnhof Jannowitzbrücke in Mitte zusammengeschlagen worden zu sein. Die Beamten alarmierten zunächst Rettungskräfte, um den am Kopf Verletzten versorgen zu lassen. Der Mann kam mit Prellungen ins Krankenhaus, konnte dies nach ambulanter Behandlung aber wieder verlassen.

Zwei Täter sollen den Mann auf dem U-Bahnsteig mit zahlreichen Faustschlägen traktiert haben. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen wegen gefährlicher Körperverletzung übernommen. Die Täter entkamen. Möglicherweise können sie mit Hilfe von Videoaufnahmen gefasst werden.

Alexanderplatz am gefährlichsten

Der Berliner U-Bahnhof mit den meisten Kriminaldelikten ist nach einem Zeitungsbericht die Station Alexanderplatz. 362 Einsätze gab es dort im vergangenen Jahr – darunter 79 Mal wegen Körperverletzungen, wie der "Berliner Kurier" schreibt. Die Zeitung beruft sich auf eine aktuelle Kriminalstatistik aus dem Stab des Polizeipräsidenten.

Danach rangiert auf der Liste der Brennpunktbahnhöfe das Kottbusser Tor mit 321 registrierten Taten auf Platz zwei, der U-Bahnhof Zoologischer Garten mit 320 Fällen knapp dahinter. Alle drei Bahnhöfe sind Umsteige-Stationen mit vielen Reisenden.

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