Torben P.

Schüler nach brutaler U-Bahn-Attacke angeklagt

Vor zwei Wochen hat der 18-jährige Schüler Torben P. auf dem U-Bahnhof Friedrichstraße einen 29-Jährigen brutal zusammengetreten. Zunächst gab es Haftverschonung für den Schläger. Doch nun folgte ungewöhnlich schnell Anklage – offenbar wegen versuchten Totschlags.

Knapp zwei Wochen nach dem brutalen Überfall auf dem Berliner U-Bahhhof Friedrichstraße ist gegen den 18-jährigen Schüler Torben P. Anklage erhoben worden. Das teilten Justizverwaltung und Staatsanwaltschaft am Donnerstag mit. Justizsprecher Michael Kanert sagte, Justizsenatorin Gisela von der Aue (SPD) habe den Rechtsausschuss am Mittwoch über die Anklageerhebung informiert.

Staatsanwaltschafts-Sprecher Martin Steltner sagte, nähere Einzelheiten könnten erst mitgeteilt werden, wenn die Verfahrensbeteiligten informiert seien. Nach ersten Informationen wird der Schüler versuchter Totschlag und nicht versuchter Mord angeklagt.

Dem 18-Jährigen wird vorgeworfen, in der Nacht zum Ostersamstag im U-Bahnhof Friedrichstraße einen 29-Jährigen mit heftigen Tritten gegen den Kopf so schwer verletzt zu haben, dass dieser das Bewusstsein verlor. Der Fall hatte bundesweit Entsetzen ausgelöst. Gegen den Täter, der sich selbst gestellt hatte, war zwar ein Haftbefehl erlassen, dieser aber gegen Auflagen außer Vollzug gesetzt worden.

Die Haftverschonung des zur Tatzeit betrunkenen Schülers war bei Berliner Politikern auf heftige Kritik gestoßen- auch beim Berliner Innensenator Ehrhart Körting (SPD). Von der Aue verteidigte dagegen die Entscheidung der Justiz. Erst am Mittwoch wies sie Vorwürfe der CDU-Fraktion im Rechtsausschuss zurückgewiesen, sie habe es versäumt, die Staatsanwaltschaft anzuweisen, gegen die Aussetzung der Untersuchungshaft vorzugehen. „Ein erfahrener Richter hat unter Abwägung der persönlichen Umstände des Angeschuldigten entschieden, die U-Haft auszusetzen, weil nicht zu befürchten war, dass er sich dem Strafvollzug entzieht“, sagte von der Aue.