Billigflieger

Ryanair streicht Berlin-Flüge wegen Ticketsteuer

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Wegen der Luftverkehrsabgabe hatte Ryanair bereits im Oktober das Aus für zahlreiche Flüge erklärt. Nun kommen weitere Streichungen dazu.

Der größte europäische Billigflieger Ryanair streicht in Berlin-Schönefeld nun auch zahlreiche Flüge nach Bremen und Düsseldorf-Weeze. Grund seien zusätzliche Kosten durch die neue Ticketsteuer von acht Euro pro Flug, teilte das irische Unternehmen am Dienstag mit. Bereits im Oktober hatte Ryanair angekündigt, das Angebot nach Frankfurt-Hahn auszudünnen. Insgesamt soll der Sommerflugplan ab Ende März/Anfang April um 122 Flüge pro Woche reduziert werden, dies seien 56 Prozent des Ryanair-Angebotes von Berlin. Die Flughafengesellschaft bedauerte dies.

Ryanair reduziert damit in Deutschland noch mehr Flugverbindungen als bisher bekannt. Insgesamt würden ab kommendem Jahr 34 Ziele nicht mehr von deutschen Flughäfen aus angeflogen, teilte das Unternehmenmit. Insgesamt entfielen wöchentlich 414 Flüge.

Ryanair hatte bereits im Oktober das Aus für neun Verbindungen und 150 wöchentliche Flüge ab dem Hunsrück-Flughafen Hahn erklärt und dies mit der Luftverkehrsabgabe begründet. Durch die Steuer werden nach Angaben des Billigfliegers die Strecken unrentabel. Nun kommen weitere 25 gestrichene Verbindungen und 264 wöchentliche Flüge von und zu den anderen deutschen Flughäfen hinzu. Betroffen sind unter anderem Verbindungen von Berlin-Schönefeld nach Bremen oder Weeze, von Bremen nach Liverpool oder Mailand sowie von Weeze ins spanische Saragossa oder nach Göteborg.

Ryanair hatte im Oktober angedeutet, dass neben den Verbindungen ab Hahn weitere Verbindungen wegfallen könnten. Auch Air Berlin hatte angekündigt, sein Flugangebot auszudünnen. Die Luftfahrtbranche insgesamt war gegen die Einführung der Luftverkehrabgabe Sturm gelaufen – unter anderem, weil sie Nachteile gegenüber der Konkurrenz aus dem Ausland befürchte.

Die Bundesregierung hatte die Ticketabgabe im September beschlossen. Sie ist Teil des Milliarden-Sparpakets für den Bundeshaushalt und soll ab 1. Januar 2011 auf alle Flüge erhoben werden. Für Kurzstreckenflüge sind dann acht Euro pro Flug fällig, für Mittelstreckenflüge sind es 25 Euro und für Langstreckenflüge 45 Euro. Die meisten Fluggesellschaften und Reiseveranstalter werden die Steuer an die Kunden weitergeben.

( AFP/nic )