BBI-Routen

Fluglärmkommission hat jetzt eine Chefin

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Kathrin Schneider führt ab sofort die Fluglärmkommission, die die Deutsche Flugsicherung bei der Festlegung der neuen BBI-Routen berät. Sie bringt bereits Erfahrung aus kontroversen Vorhaben mit: aus der Braunkohleplanung für die Lausitz.

Neue Vorsitzende der Fluglärmkommission für den künftigen Hauptstadtflughafen in Schönefeld ist Kathrin Schneider. Die Leiterin der Gemeinsamen Landesplanungsabteilung Berlin- Brandenburg wurde am Montag ins Amt gewählt, teilte das Potsdamer Infrastrukturministerium mit. Die Wahl war erforderlich, da der bisherige Vorsitzende, Bernd Habermann (Mahlow-Blankenfelde), am 17. November das Amt niedergelegt hatte. Die Kommission berät die Deutsche Flugsicherung und das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung bei der Festlegung der An- und Abflugrouten für den Airport.

Schneider wurde 1962 in Lübben (Dahme-Spreewald) geboren und war erst vor kurzem in die Fluglärmkommission als Mitglied berufen worden. Sie bringt laut Infrastrukturministerium als frühere Referatsleiterin der Landesplanung für die Lausitz – und damit für die Braunkohleplanung und Bergbausanierung – Erfahrungen aus kontroversen Planungsverfahren mit.

Für sie rückt ihr Vertreter in der Landesplanung Peter Schirmer nach. „Die Gemeinsame Landesplanung arbeitet aktiv im Dialogforum der Gemeinden im unmittelbaren Flughafenumfeld mit. Hier hat sich Frau Schneider bereits Anerkennung bei Bürgern und Kommunalpolitikern erwerben können“, schreibt das Ministerium.

Der Fluglärmkommission gehören 34 Mitglieder an, darunter die von Lärm betroffenen Kommunen sowie Vertreter von Flughafen und Fluggesellschaften. Sie können bei der Planung der Flugrouten beraten, jedoch nichts entscheiden. Das Gremium sollte am Montag in nichtöffentlicher Sitzung über zahlreiche Anträge abstimmen. Zudem sollte ein alternativer Routenvorschlag des Brandenburger Umweltministeriums beraten werden.

Die DFS hatte Anfang September Flugrouten vorgestellt, bei denen erheblich mehr Brandenburger Orte und Berliner Bezirke vom Fluglärm betroffen wären als bis dahin angenommen. Seitdem haben sich zahlreiche Bürgerinitiativen gegen die Flugrouten gegründet. Bei mehreren Demonstrationen gingen jeweils Tausende Menschen auf die Straße.

( dpa/ap )