Nahverkehr

Tauwetter bringt S-Bahn wieder ins Rollen

Die etwas höheren Temperaturen sorgen für einen Fahrplan wie vor dem Wintereinbruch. So rollen auch die Züge auf dem Ring seit dem Morgen wieder alle fünf Minuten. Allenfalls die Züge sind noch kürzer. Doch es soll wieder schneien.

Fünf-Minuten-Takt auf der Ringbahn und auf allen Linien wieder mehr Wagen im Einsatz: Am Montag hat sich die Lage bei der Berliner S-Bahn wieder etwas normalisiert. 395 von geplanten 416 Viertelzügen seien einsatzfähig, sagte eine Bahnsprecherin der Nachrichtenagentur dpa. Vor Beginn der S-Bahn-Krise im Juni 2009 waren allerdings mehr als 500 Viertelzüge unterwegs.

Der Wintereinbruch hatte in den vergangenen Tagen den sowieso schon eingeschränkten S-Bahnverkehr in noch mehr Schwierigkeiten gebracht. Schnee, Eis und Kälte setzten zahlreiche Weichen außer Betrieb. Die Züge konnten deshalb die Werkstätten für die erforderlichen Überprüfungen nicht erreichen. Nach einem Radbruch im Jahr 2009 hatte das Eisenbahnbundesamt unter anderem verkürzte Wartungsintervalle vorgeschrieben.

Das Tauwetter am Wochenende ließ nun den Schnee schmelzen und sorgte damit für Entlastung im S-Bahnverkehr. Allerdings könnte es im Laufe der Woche nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes erneut Schnee geben.

Erst in der vergangenen Woche hatte das Verkehrsunternehmen einräumen müssen, dass in diesem Winter immer wieder mit Teilausfällen der S-Bahn zu rechnen sein könne. Verkehrssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) sprach von einem „unhaltbaren und nicht zu entschuldigenden Zustand“. Am 10. Januar soll Bahnchef Rüdiger Grube daher vor dem Verkehrsausschuss des Abgeordnetenhauses erscheinen.

Als Konsequenz aus dem neuerlichen Einbruch des Fahrplans habe die Bahn die Werkstattkapazitäten noch einmal ausgeweitet, sagte die Sprecherin. Außerdem seien 40 zusätzliche Service-Mitarbeiter für Bahnhöfe eingestellt worden. Winterdienste würden bereitstehen, um bei Schneefall Weichen frei zu räumen. „Wir bemühen uns intensiv“, hieß es.

Die Opposition im Abgeordnetenhaus kritisierte erneut die zum 1. Januar 2011 geplanten Fahrpreiserhöhungen im öffentlichen Nahverkehr. Sowohl CDU- als auch FDP-Fraktion forderten statt höheren Preisen weitere Entschädigungen für die S-Bahn- und BVG-Kunden. Der Senat müsse in erster Linie dafür Sorge tragen, dass beide Verkehrsunternehmen künftig wieder ihre volle Leistung erbringen, sagte der verkehrspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Oliver Friederici.