Lärm-Kommission

Flugsicherung wollte bei BBI-Routen flexibel sein

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Heute tagt die Fluglärm-Kommission zum BBI, um einen neuen Chef zu wählen – aber vor allem um über Alternativen zu den umstrittenen Flugrouten zu finden. Diese sollen aber nie Bestandteil des Planfeststellungsverfahrens gewesen sein.

Die endgültigen Flugrouten für den künftigen Großflughafen Berlin Brandenburg International (BBI) in Berlin- Schönefeld waren niemals Bestandteil des Planfeststellungsverfahrens. Vielmehr sei immer klar gewesen, dass die Deutsche Flugsicherung (DFS) sie erst kurz vor der Inbetriebnahme festlegen werde, sagte Winfried Seibert, kommissarischer Leiter der Fluglärmkommission, im RBB-Inforadio. Zur Begründung habe die DFS erklärt, sie müsse flexibel sein. Dies sei spätestens seit Juli 2000 auch bekannt gewesen.

Die seit Wochen anhaltenden Proteste vor allem in Berlin aber auch in den Umlandgemeinden führt Seibert auf unzureichende Information darüber zurück.

In Schönefeld berät die Fluglärmkommission nun erneut über Alternativen zu den umstrittenen Abflugrouten. Das Gremium hat 34 Mitglieder, darunter zahlreiche Bürgermeister aus Berliner Bezirken und Brandenburger Gemeinden. Sie erwarten von der Deutschen Flugsicherung Antworten auf ihre Änderungsvorschläge. Außerdem soll nach dem Rücktritt des bisherigen Kommissionsvorsitzenden Bernd Habermann dessen Nachfolger gewählt werden.

Im Anschluss sollen am Nachmittag in der Airport World BBI in Schönefeld Betroffene informiert werden. Die Fluglärmkommission hat eine beratende Funktion, letztlich schlägt die Deutsche Flugsicherung die Flugrouten vor. Eine Bundesbehörde hat das letzte Wort.

Bislang ist geplant, die Routen erst kurz vor der Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens 2012 festzulegen. Der aktuelle Vorschlag der Flugsicherung vom September führt seither zu Protesten, weil damit andere Orte von Fluglärm betroffen wären als bis dahin erwartet.

( dpa/ap )