Aufsichtsratentscheidung

Charite-Bettenhochhaus darf saniert werden

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Der Weg für die 185 Millionen Euro teure Sanierung des Bettenhauses der Charité ist frei. Der Aufsichtsrat hat in seiner Sitzung am Freitag einstimmig die Planungsmittel freigegeben, so dass die Aufträge unverzüglich erteilt werden können. Der Baubeginn ist 2013, spätestens 2014 geplant.

Der Aufsichtsrat der Berliner Charité hat die Planungsmittel für die Sanierung des Bettenhochhauses freigegeben. Er genehmigte am Freitag einstimmig die Gelder für die Bauvorbereitung, die schrittweise ausgezahlt werden sollen, wie eine Sprecherin des Universitätsklinikums mitteilte. Damit könnten die Aufträge erteilt werden, um mit der Sanierung des Gebäudes zu beginnen.

Ohne die Planungsmittel könnte mit den bauvorbereitenden Arbeiten nicht in Angriff genommen werden und es würde ein weiterer Zeitverzug drohen. Der Bau selbst kann ohnehin erst 2013 starten. Wann die 185 Millionen Euro für die Sanierung sowie einen Ersatzbau als Interimslösung komplett zur Verfügung gestellt werden, blieb nach der Aufsichtsratssitzung offen.

Der Charité-Aufsichtsratsvorsitzende, Wissenschaftsenator Jürgen Zöllner (SPD), nannte die Entscheidung „einen außerordentlich wichtigen Durchbruch“. Auch für den sogenannten Mäusebunker in Steglitz, den die „Forschungseinrichtungen für experimentelle Medizin“ (FEM) nutzten, gibt es vorerst nur Planungsmittel in Höhe von 4,1 Millionen Euro.

Insgesamt soll der Neubau 35 Millionen Euro kosten. Die Freigabe der Mittel zur Bauausführung ist laut einem gemeinsamen Vorschlag von Zöllner und Finanzsenator Ulrich Nußbaum (parteilos) jedoch an die Bedingung geknüpft, „dass anhand geprüfter Bauplanungsunterlagen sichergestellt ist, dass die Mittel für die Sanierung des Hochhauses und den Bau des FEM ausreichen“. Ein möglicher Standort für das neue FEM ist Buch.

Der Senat hatte der Charité in den kommenden Jahren für alle drei Standorte insgesamt 330 Millionen Euro für Baumaßnahmen zugesagt, von denen 110 Millionen Euro bereits verbaut oder verplant sind. Ursprünglich hatte Charité-Chef Karl Max Einhäupl einen Gesamtinvestionsbedarf von 640 Millionen Euro angemeldet.

Die Verabschiedung des Wirtschaftsplans für 2011 wurde auf Februar vertagt. Grund ist ein erwartetes Minus von knapp 20 Millionen Euro. Zöllner besteht jedoch darauf, dass die Charité „am Ziel einer schwarzen Null festhält“. Das hatte kürzlich auch Nußbaum gefordert, der dem Aufsichtsrat ebenfalls angehört. Einhäupl hatte hingegen darauf verwiesen, dass der Wirtschaftsplan unter anderen gesetzlichen Prämissen aufgestellt worden war, ein Abschluss ohne Minus daher nicht mehr möglich sei.

( ddp/toto )