Nahverkehr

BVG-Chef Sturmowski muss gehen

Bis zuletzt hatte Andreas Sturmowski offenbar gehofft, dass der Aufsichtsrat ihn halten würde. Doch nun ist es offiziell: Der BVG-Chef geht. Berlins Finanzsenator Ulrich Nußbaum will nun erstmals in der BVG-Geschichte die Stelle des Vorstandsvorsitzenden öffentlich ausschreiben.

Foto: Michael Brunner / Brunner

Der Aufsichtsrat der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) hat am Montag den baldigen Abschied für BVG-Chef Andreas Sturmowski bestätigt. Das Gremium habe die vom Personalausschuss vor sechs Wochen getroffene Entscheidung, den Ende Oktober 2010 auslaufenden Vertrag mit Sturmowski nicht zu verlängern, „zur Kenntnis genommen“. Einen formellen Beschluss gab es indes nicht. Dies sei auch nicht erforderlich, hieß es aus Aufsichtsratskreisen. Sturmowski soll bis zuletzt darauf gehofft haben, dass die Arbeitnehmervertreter im Gremium sich für ihn einsetzen und gegen die von Finanzsenator und BVG-Aufsichtsratschef Ulrich Nußbaum (parteilos) getroffene Entscheidung stellen werden.

Nußbaum will nun erstmals in der BVG-Geschichte die Stelle des Vorstandsvorsitzenden öffentlich ausschreiben. Vor allem die Frauenflügel in den Regierungsparteien haben sich bereits dafür ausgesprochen, den derzeit mit fast 400.000 Euro Jahresgehalt dotierten Posten künftig mit einer qualifizierten Bewerberin zu besetzten. Auch die Berliner Grünen fordern Nußbaum in einem offenen Brief auf, den Frauenanteil in Führungspositionen in Unternehmen zu erhöhen, die ganz oder teilweise dem land Berlin gehören. Derzeit liege der Frauenanteil in Aufsichtsgremien bei Unternehmen mit Landesbeteiligung bei über 39 Prozent.