U9 Amrumer Straße

Wieder prügeln U-Bahnschläger auf Opfer ein

Erneut hat es in Berlin einen brutalen Überfall gegeben: Im U-Bahnhof Wedding griffen drei Unbekannte einen Mann an, schlugen ihn zu Boden und traten zu. Jetzt werden die Aufnahmen aus einer Überwachungskamera ausgewertet.

Am Donnerstagmorgen hat sich auf einem U-Bahnhof in Wedding erneut ein brutaler Überfall ereignet. Ein 21-Jähriger befand sich gegen 4.45 Uhr auf dem Bahnsteig des Bahnhofes Amrumer Straße und wartete auf die U-Bahn der Linie 9, als er von drei Unbekannten angegriffen wurde. Sie zogen an seiner Halskette und versuchten, sein Armband abzureißen. Auch sein Handy wollten die Täter rauben.

Der Mann setzte sich zur Wehr und versuchte, die Angreifer abzuwehren. Daraufhin schlugen sie auf den jungen Mann ein und verletzten ihn mit einem Messer. Als er auf dem Boden lag traten die Männer gegen seinen Oberkörper und in Richtung seines Kopfes. Laut Zeugenaussagen sollen sie ihn auch getroffen haben. Nähere Erkenntnisse werden durch die sichergestellten Bilder der Überwachungskameras erwartet.

Die Angreifer konnten unerkannt mit der U-Bahn in Richtung Osloer Straße entkommen. Der 21-Jährige erlitt Prellungen an Kopf und Händen, Verletzungen an den Händen. Er wurde in ein Krankenhaus eingeliefert.

Prügel-Opfer enttäuscht von Justiz

Das Opfer des brutalen U-Bahn-Angriffs vom Osterwochenende hat sich indessen in einem Brief an die Berliner Justizsenatorin Gisela von der Aue (SPD) enttäuscht über die Haftverschonung für den Angreifer gezeigt. „Es ist für mich ein weiterer Tritt ins Gesicht, dass der Täter sofort wieder freigelassen wurde“, schrieb der 29 Jahre alte Markus P. in einem am Donnerstag von der „Bild“-Zeitung veröffentlichten Brief.

"Ich kann mich an nichts mehr erinnern, aber das Tatvideo macht mich total betroffen“, heißt es in dem Schreiben weiter. Er frage sich, warum die Senatorin den Staatsanwalt nicht aufgefordert habe, Beschwerde gegen die Haftverschonung einzulegen.

Markus P. war am Ostersonnabend am Berliner U-Bahnhof Friedrichstraße von dem 18-jährigen Torben P. mit Fußtritten auf den Kopf schwer verletzt worden. Der Angreifer stellte sich später der Polizei. Gegen ihn wurde Haftbefehl erlassen, er wurde allerdings wieder auf freien Fuß gesetzt. Der Fall und das Vorgehen der Berliner Justiz sorgte für eine heftige Diskussion im Umgang mit jugendlichen Gewalttätern.