Winter

Schneechaos in Berlin – 100 Flüge ausgefallen

Wegen des Kälteeinbruchs und des heftigen Schneefalls sind auf den Berliner Flughäfen am Donnerstag rund 100 Flüge ausgefallen. Profiteure der Wetterlage sind dagegen die Taxifahrer.

Das Video konnte nicht gefunden werden.

Winterchaos an Berlins Flughäfen

Video: BMO
Beschreibung anzeigen

Zahlreiche Flüge von und nach Berlin sind wegen des heftigen Schneefalls in Deutschland am Donnerstag ausgefallen oder waren verspätet. Einige Flugzeuge aus Süddeutschland, dem Rheinland, der Schweiz und Frankreich erreichten Berlin erst gar nicht. Die Weiterflüge mussten dann gestrichen werden. Mit größeren Verspätungen war auch für den Rest des Tages zu rechnen.

Insgesamt fielen laut einem Flughafen-Sprecher merh als 100 Flüge aus. „Der Betrieb läuft aber den Umständen entsprechend gut“, sagte Flughafen-Sprecher Leif Erichsen. „Es handelt sich um einen relativ normalen Wintertag.“ Etwa jeder sechste der 650 geplanten Flüge war betroffen. „Es lag fast ausschließlich daran, dass Flugzeuge nicht ankamen oder Flüge zusammengelegt wurden.“ Die Start- und Landebahnen in Tegel und Schönefeld seien durchgängig betriebsbereit gewesen. Den ganzen Tag über arbeiteten 100 Beschäftigte daran, den Schnee zu beseitigen.

Fast alle Flüge hatten Verspätungen, zum Teil einige Stunden. Die Enteisung der Flugzeuge dauert auf allen Flughäfen so lange, dass sich immer größere Verspätungen aufbauten. Zudem können die Maschinen wegen des Wetters nicht so schnell hintereinander starten oder landen, wie es im Plan steht. Die Fluglinien legen daher oft schon am Vormittag Flüge zu häufig angeflogenen Zielen zusammen, um den Terminplan zu entzerren.

Von dem Wintereinbruch profitieren dagegen die Taxifahrer. Die Zahl der Aufträge sei bereits am 1. Dezember um etwa 25 Prozent gestiegen, sagte der Leiter Marketing vom TaxiFunk Berlin, Jens Schmiljun. Der TaxiFunk bearbeite pro Stunde etwa 1300 Anfragen. Bisher könnten alle bedient werden.

Der Wintereinbruch in Berlin hatte am Donnerstag zu massiven Verkehrsbehinderungen geführt. Es kam zu zahlreichen Unfällen auf Straßen und Autobahnen. Bis 11 Uhr erfasste die Polizei 168 Unfälle nach den ersten heftigen Schneefällen in diesem Winter. Zwischen 10 Uhr und 11 Uhr ereigneten sich 44 Unfälle. Dabei kam es einem Polizeisprecher zufolge lediglich zu Blechschäden und leichten Verletzungen. Die Anzahl der Unfälle sei aber im Vergleich zu normaler Wetterlage „nicht besonders hoch“.

Bei der Berliner Feuerwehr gingen am Donnerstag nicht mehr Notrufe ein als sonst. Allerdings dauere es aufgrund der Witterungsverhältnisse länger bis zu den Einsatzorten, sagte ein Sprecher.

Holger Trocha von den Staumeldern vom Air Service Berlin beschrieb den Zustand auf den Straßen in Berlin und Brandenburg als „chaotisch“. Auf der Autobahn 13 in Richtung Dresden kippte am Mittag ein Lkw um und blockierte alle Spuren. Auf der Bundesstraße 1/5 standen Fahrzeuge vom Osten in Richtung Lichtenberg bis zu anderthalb Stunden im Stau.

Die Berliner Stadtreinigung (BSR) hatte wegen der Schneefälle den Beginn ihrer Frühschicht um zwei Stunden auf 3 Uhr vorgezogen, wie eine Sprecherin sagte. Es seien rund 1300 Mitarbeiter im Einsatz gewesen. Erschwerend für die Arbeit seien die „extremen Minustemperaturen“ gewesen. Diese führten dazu, dass das Feuchtsalz länger brauche, bis es Wirkung zeige. Zudem mussten wegen der anhaltenden Schneefälle Straßen mehrfach beräumt werden. Mit dem einsetzenden Berufsverkehr hätten dann auch die BSR-Fahrzeuge im Stau gestanden, fügte die Sprecherin hinzu.

Die Situation im Regional- und Fernverkehr der Deutschen Bahn war einer Sprecherin zufolge „angespannt“. Aufgrund von Weichenstörungen durch Schneeverwehungen kam es in Berlin und Brandenburg zu zahlreichen Verspätungen und Zugausfällen. Ein Schwerpunkt sei der Regionalexpress 7 zwischen Dessau und Wünsdorf-Waldstadt. Auch zwischen Berlin und Cottbus sowie zwischen Cottbus und Dresden kam es zu erheblichen Problemen. Es könne aber auf allen Strecken zu Verspätungen kommen.

Die Sprecherin rief Reisende dazu auf, sich rechtzeitig zu informieren. Dies sei entweder im Internet möglich oder über die kostenlose Hotline 08000 / 996633 . Noch am vergangenen Wochenende hatte Bahnchef Rüdiger Grube in einem Zeitungsinterview gesagt, die Bahn habe sich „intensiv“ auf den Winter vorbereitet.

Die Berliner Stadtreinigung (BSR) hatte wegen der Schneefälle den Beginn ihrer Frühschicht um zwei Stunden auf 3.00 Uhr vorgezogen, wie eine Sprecherin sagte. Es seien rund 1.300 Mitarbeiter im Einsatz gewesen. Erschwerend für die Arbeit seien die „extremen Minustemperaturen“ gewesen. Diese führten dazu, dass das Feuchtsalz länger brauche, bis es Wirkung zeige. Zudem mussten wegen der anhaltenden Schneefälle Straßen mehrfach beräumt werden. Mit dem einsetzenden Berufsverkehr hätten dann auch die BSR-Fahrzeuge im Stau gestanden, fügte die Sprecherin hinzu.

Dem Deutschen Wetterdienst in Potsdam zufolge sind in der Nacht in Berlin zwischen sieben und elf Zentimeter Neuschnee gefallen. In Brandenburg waren es bis zu 16 Zentimeter. Meteorologe Wolfgang Harnow sagte, der Schneefall lasse im Laufe des Donnerstag nach. Erst zum Wochenbeginn werde es „deutlich wärmer“.