Nahverkehr

Nur in Tokyo und London ist Bahnfahren teurer

In Berlin kostet ein Monatsticket für Busse und Bahnen rund 20 Prozent mehr als in anderen Großstädten. Das ergab jetzt ein internationaler Vergleich.

Berlin ist für Bus- und Bahnfahrer besonders teuer. Dies belegt eine Untersuchung des öffentlichen Nahverkehrs in 93 Städten weltweit, die das Reiseportal ab-in-den-urlaub.de am Dienstag bekanntgab.

Demnach kostet ein Monatsticket mit rund 72 Euro etwa 20 Prozent mehr als im internationalen Durchschnitt. In Deutschland ist nur die Monatskarte in Frankfurt am Main mit 74,80 Euro teurer.

Für zwölf Monatstickets müssen Kunden von S-Bahn und BVG 3,2 Prozent des durchschnittlichen Bruttojahreseinkommens aufwenden - der höchste Anteil in allen untersuchten Städten in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Weltweit steht Berlin bei den Preisen im Nahverkehr an dritter Stelle hinter Tokyo und London. Fahrgäste können in Berlin auch alle Arten von Tickets am Automaten erwerben - in vielen anderen deutschen Städten werden Langzeittickets nur am Schalter verkauft.

Auch das Ticket für Einzelfahrten liegt in Berlin (2,10 Euro) um 24 Prozent und für Tageskarten (6,10 Euro) um 21 Prozent über dem internationalen Durchschnitt. Damit ist die Hauptstadt auch für gelegentliche Bahnfahrer und Touristen teurer als New York.

Während sich in Berlin statistisch rund 1000 Einwohner zwei Haltestellen des öffentlichen Nahverkehrs teilen, kommen Städte wie Hamburg, Ingolstadt oder Stuttgart auf fünf bis sieben Haltestellen.

Gemäß der Studie wollen rund 41 Prozent der deutschen, österreichischen und schweizerischen Betriebe mit mehr als 100.000 Einwohnern die Preise im kommenden Jahr um 3,4 Prozent erhöhen. Die jährlichen Preiserhöhungen liegen in Deutschland bei rund einem Prozent.

In die Studie fließen allerdings die ermäßigten Preise beim Kauf von Jahrestickets nicht ein. Auch bleiben die jeweilige Flächengröße des Netzes sowie die Einwohnerzahl der Städte unberücksichtigt.