Umstrittene Äußerungen

Forscher nehmen Sarrazin-Thesen unter die Lupe

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) wird bis 2014 die Untersuchung der Kontroversen zum Thema Rassismus und Diskriminierung im Zusammenhang mit den Aussagen Sarrazins fördern.

Die Debatte über die umstrittenen Äußerungen Thilo Sarrazins beschäftigt nun auch die wissenschaftliche Forschung. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) wird bis 2014 die Untersuchung der Kontroversen zum Thema Rassismus und Diskriminierung im Zusammenhang mit den Aussagen Sarrazins sowie Oriana Fallacis und James Watsons fördern, wie die Universität Erfurt am Mittwoch mitteilte. Das Forschungsvorhaben ist am Lehrstuhl für Kommunikationswissenschaft angesiedelt. Die Fördersumme belaufe sich auf 205.000 Euro.

Dabei gehe es unter anderem darum, ob bestimmte Aussagen Tabus seien oder Meinungen unter vielen. Zudem werde untersucht, ob deutsche Medien sensibler reagierten als die Medien anderer Länder, hieß es. Für die Untersuchung werden den Angaben zufolge überregionale Tageszeitungen aus Europa sowie aus Nord- und Südamerika herangezogen. Das Forschungsprojekt begann im April.

Der ehemalige Berliner Finanzsenator und Ex-Bankier Thilo Sarrazin (SPD) hatte mit Thesen zur Integration und zum deutschen Bildungssystem in seinem Buch „Deutschland schafft sich ab“ bundesweit für Empörung gesorgt. Die verstorbene Schriftstellerin Oriana Fallaci verglich den weiteren Angaben zufolge Muslime mit Ratten und der Genetiker und Nobelpreisträger James Watson hatte Schwarzen eine geringe Intelligenz nachgesagt.