Urteil

Vergewaltiger muss sechseinhalb Jahre in Haft

Ein geschiedener Familienvater hat vor zwei Jahren in einem Wäldchen in Köpenick einer Frau aufgelauert, sie vergewaltigt und dann psychisch zermürbt. Nun verurteilte ihn das Berliner Landgericht.

Nach der Vergewaltigung einer heute 27 Jahre alten Frau in einem Wäldchen in Köpenick muss der Täter sechs Jahre und sechs Monate in Haft. Der gelernte Maler hat die Tat am Montag im Strafprozess vor dem Berliner Landgericht über seine Anwältin gestanden. Demnach hatte er vor der Tat getrunken. Als Motiv gab der 39-jährige Mann Frust in der Beziehung mit seiner Freundin an. Der Angeklagte bereue die Tat sehr, sagte die Verteidigerin in der Erklärung. Das Opfer leidet bis heute an den Folgen der Vergewaltigung.

Am Nachmittag des 4. Juli 2008 hatte der geschiedene Familienvater gegen 17 Uhr die ihm fremde Frau verfolgt, als sie auf dem Heimweg von ihrer Arbeit durch ein Waldstück im Ortsteil Rahnsdorf ging. Die Staatsanwaltschaft hatte dem Beschuldigten vorgeworfen, die 27-Jährige von hinten gepackt, ein Handgelenk nach unten gedreht und aufgefordert zu haben, weiter in den Wald hineinzugehen, was die Frau aus Angst vor weiterer Gewaltanwendung auch getan habe. Der Täter verlangte zunächst ihre Wertsachen. Als der Angeklagte Geld, Handy und den Ausweis der medizinisch-technischen Assistentin bekommen hatte, forderte er sie auf, sich ausziehen. Dann drohte er der Frau, zu ihr nach Hause zu kommen, wenn sie ihm nicht Folge leiste. Der Mann vergewaltigte das Opfer, verband der Frau die Augen und verbot ihr, ihn anzuzeigen.

Der Richter sprach von einem außerordentlich gravierenden Fall einer Vergewaltigung. Strafverschärfend wertete das Gericht die Drohung des Mannes, er kenne ihre Adresse. Die Frau suchte sich aus Angst vor dem Täter eine neue Wohnung. Sie wage sich seitdem nicht mehr in ihre frühere Wohngegend und habe immer noch große Angst vor Überfällen, sagte ihre Anwältin. Abends gehe sie nicht aus dem Haus. Strafmildernd werteten die Richter das Geständnis des Mannes. Es ersparte dem zurzeit schwangeren Opfer die Aussage im Prozess. Als der Täter verhaftet wurde, war die Frau zusammengebrochen und konnte einige Wochen nicht arbeiten, so ihre Anwältin.