Rechtsextremismus

Thor-Steinar-Geschäft in Berlin-Mitte zieht aus

Der Räumungsverkauf läuft. Ende November scheint Schluss zu sein, dann wird der immer wieder attackierte Thor-Steinar-Laden in Mitte wohl ausziehen. Die Marke ist vor allem bei Neonazis beliebt, was für Ärger sorgte.

Das Geschäft der bei Neonazis beliebten Markte Thor Steinar in Berlin-Mitte schließt offenbar Ende der Woche endgültig. Um eine Zwangsräumung zu verhindern, muss der Laden "Tönsberg" eigentlich bis zum 8. Dezember aus dem Haus in der Rosa-Luxemburg-Straße ausziehen. Jetzt sei aber ein Räumungsverkauf bis zu diesem Sonnabend angekündigt, sagte die Grünen-Abgeordnete Clara Herrmann. Die Firma Mediatex aus Brandenburg, die das Geschäft betreibt, wollte keinen Kommentar abgeben.

Gegen den Laden hatte es in den vergangenen drei Jahren zahlreiche Proteste, Gerichtsverfahren und auch gewalttätige Aktionen wie Steinwürfe gegeben. Letztlich setzte sich der Vermieter vor Gericht gegen Mediatex durch, weil er bei Abschluss des Mietvertrages nicht darüber informiert worden war, dass die umstrittene Marke Thor Steinar verkauft werden sollte.

Über die Räumungsklage gegen ein zweites Geschäft in der Petersburger Straße verhandelt am 2. Dezember (12 Uhr) das Landgericht Berlin. Juristisch ist der Fall nach Einschätzung der Grünen schwieriger. Im Mietvertrag sei Thor Steinar zusammen mit anderen Bekleidungsmarken erwähnt worden, sagte Herrmann. Ob am 2. Dezember bereits ein Urteil gefällt wird, steht nicht fest.

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