Arbeitsniederlegung

Tausende Lehrer schwänzen die Schule in Berlin

Dem Streikaufruf der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft sind Tausende Lehrer gefolgt und haben um fünf Minuten vor zwölf die Arbeit niedergelegt. Bildungssenator Zöllner droht mit Konsequenzen.

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Tausende Berliner Lehrer haben sich am Dienstag an einem Warnstreik beteiligt. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) sprach von 6000 Teilnehmern. Die Polizei hatte zuvor eine Teilnehmerzahl von 3000 streikenden Lehrern bestätigt.

Mit Pfeifen und Trommeln zogen die Lehrer auf den Berliner Alexanderplatz. In Sichtweite der Schulverwaltung forderten sie, dass Kollegen in höherem Alter weniger Stunden unterrichten müssen. Die demonstrierenden Pädagogen hatten kurz vor 12 Uhr in den Schulen die Arbeit niedergelegt.

Die Lehrer ließen sich ihre gestiegene Arbeitsbelastung nicht mehr gefallen, erklärte die Berliner GEW-Vorsitzende Rose-Marie Seggelke. "Sie haben ein Zeichen gesetzt, dass der Senat nicht mehr übersehen kann."

Auf Transparenten hieß es unter anderem: "Entlastet die Alten, bevor sie erkalten" und "Wir haben die Faxen dicke." Die Gewerkschaft will erreichen, dass Lehrer eine Ermäßigungsstunde erhalten, sobald sie 55 Jahre alt werden, und zwei Stunden, sobald sie 60 werden.

Senatssprecher Richard Meng sagte, es gebe in der Öffentlichkeit keine große Akzeptanz für die Forderung. "Ich habe Zweifel, ob die Gewerkschaft das richtige Thema setzt - vom Mittel des Streiks von Beamten ganz zu schweigen."

Schulsenator Jürgen Zöllner (SPD) hatte deutlich gemacht, dass ein Streik von Beamten arbeitsrechtliche und disziplinarische Folgen habe.

Es ist der erste größere Streik beamteter Lehrer seit acht Jahren. Seggelke forderte Bildungssenator Zöllner (SPD) auf, "seine strikte Ablehnung von Altersermäßigungen zu überdenken". Sollte Berlin als einziges Bundesland ältere Lehrer auch künftig nicht entlasten, folgten weitere Protestaktionen.

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