Kaufhausruine

Künstler verlassen Tacheles für eine Million Euro

Ein Teil der Nutzer des Tacheles in Berlin-Mitte hat das Künstlerhaus verlassen. Die Gruppe, zu der auch etliche Gründungsmitglieder gehören sollen, ließ sich mit Geld überzeugen.

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Die Zwangsversteigerung des bekannten Berliner Kunsthauses Tacheles ist kurzfristig abgesagt worden. Eine Sprecherin der HSH Nordbank sagte jedoch, es bleibe bei den Plänen.

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Ein Teil der Nutzer des bekannten Berliner Kunsthauses Tacheles haben gegen Zahlung von einer Million Euro die Kaufhausruine zum Teil freiwillig verlassen.

Nur einen Tag nach der geplatzten Zwangsversteigerung gab eine der beiden untereinander verfeindeten Nutzergruppen am Dienstag die Schlüssel für das Gebäude in Berlin-Mitte ab. Wo das Geld herkommt, blieb zunächst unklar. Tim Africa, der bisherige Sprecher der Gruppe, sagte: „Der Kampf ist vorbei, und wir sind alle erleichtert.“ Auf ihrer Internetseite teilte die Gruppe mit, Zapata, Kino, Restaurant, Kalerie, Biotop und Freifläche seien damit Geschichte. "Wir danken Berlin für 21 wundervolle Jahre. Wir lieben diese Stadt und suchen anderswo einen Neuanfang. Es war eine geile Zeit", heißt es weiter.

Bereits am Montag hieß es, die Gruppe mit etlichen Gründungsmitgliedern des Tacheles habe zunächst das Angebot eines „anonymen Hintermannes“ über eine Anwaltskanzlei angenommen, gegen die Zahlung von einer Million Euro das Kunsthaus zu verlassen. Doch das Geld sei nicht angewiesen worden. Einen Tag später war der Deal offenbar perfekt.

Die andere Künstlergruppe bleibt eigenen Angaben zufolge weiter im Haus und setzt ihre Arbeit fort. „Für uns hat sich nichts an der Situation geändert“, sagte Sprecherin Linda Cerna.

Das Haus beherbergt Künstlerateliers, Werkstätten, Kinos und ein Theater. Ein früherer Investor hatte auf dem Gelände ein modernes City-Center bauen wollen, war aber in Schieflage geraten. Deshalb wird jetzt ein neuer Geldgeber gesucht. Die HSH Nordbank hatte das Haus mit dem gesamten umliegenden Gelände am Montag zwangsversteigern lassen wollen. Der Termin war kurzfristig abgesagt worden.