BBI-Flugrouten

Fluglärm soll Potsdam statt Lichtenrade treffen

Lichtenrade kann aufatmen, Potsdam muss sich Sorgen machen. Einem Zeitungsbericht zufolge sieht ein neuer Entwurf der BBI-Flugroutenplanung keine Überflüge Berlins in niedriger Höhe vor. Dafür soll es Potsdam treffen.

Die Mitglieder der „Bürgerinitiative Weltkulturerbe Potsdam“ zittern schon länger: Sie fürchten, dass am neuen Hauptstadtflughafen BBI startende Flugzeuge in niedriger Höhe über Potsdam hinweg fliegen und so das dortige Weltkulturerbe gefährden können.

Ihre Sorge scheint nun begründeter denn je. Einem Bericht der „Bild“ zufolge, sieht eine neue Rotenplanung – die zuletzt neu erstellte ist seit Wochen umstritten und löste vor allem in Berlin, etwa in Lichtenrade, große Proteste aus – vor, dass Flugzeuge, die auf der Nordbahn starten und Richtung Norden oder Osten fliegen sollen, direkt über Potsdam hinwegfliegen.

Grundlage für diese Routenplanung ist nach Bild-Informationen ein Vorschlag aus dem Umweltministerium in Brandenburg. Bei Starts von der Nordbahn sei darin ein „leichtes Abknicken nach Norden, hinter Blankenfelde-Mahlow auf West-Süd-West drehend, nördlich an Ludwigsfelde vorbei“ vorgesehen.

Lichtenrade, Teltow, Stahnsdorf und Kleinmachnow würden somit nicht überflogen, ebenso wenig der Berliner Südwesten – aber Potsdam.

SPD-Staatssekretär Rainer Bretschneider (61) sagte dem Bericht zufolge am Dienstag auf einer Veranstaltung, die reichen Berliner Vororte hätten solchen Druck aufgebaut, dass Brandenburg wohl mehr belastet würde. Brandenburg bekomme in der Auseinandersetzung den „Schwarzen Peter“ zugeschoben.

Ein weiterer Grund für die neue Planung ist laut „Bild“ die Wahl in Berlin 2011. Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit und Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (beide SPD) hätten sich am Rande der Kabinettssitzung in dieser Woche auf „ein lärmfreies Berlin“ geeinigt, um Wowereits Wahlchancen zu vergrößern.

Der Sprecher der „Bürgerinitiative Weltkulturerbe Potsdam“ reagierte gegenüber „Bild“ bereits: „Potsdam kommt vom Regen in die Jauche“, sagte Markus Peichl. Das Weltkulturerbe locke jedes Jahr kommen 2,1 Millionen Touristen nach Potsdam. „Diese Routen werden dieses Standbein der Stadt abschlagen.“

Am Montag, 23. November findet in Potsdam eine Bürgerversammlung zu dem Thema statt.