Flugrouten

SPD und Grüne zanken um Lufthoheit

Die Berliner Grünen attackieren Berlins Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit: Der SPD-Politiker mache sich mit seinen Äußerungen zu den veränderten Flugrouten-Plänen „lächerlich".

Klaus Wowereit (SPD) brüstet sich aus Sicht der Grünen zu Unrecht damit, zur Lösung des Flugroutenstreits beizutragen. „Klaus Wowereit, Regierender Bürgermeister von Berlin und Aufsichtsratsvorsitzender der Flughafen Berlin-Schönefeld GmbH, hat es verpennt, sich rechtzeitig um das Problem zu kümmern“, kritisierte Grünen-Fraktionschef Volker Ratzmann. „Dass er die Einigung über die Flugrouten jetzt als Erfolg der Landesregierung ausgibt, ist lächerlich.“

Wowereit hatte am Montag die neuen Ergebnisse der Flugroutenkommission begrüßt. Die Flugrouten-Debatte sei jetzt auf dem richtigen Weg, hieß es in einer Mitteilung der Senatskanzlei . Demnach sagte Wowereit: „Die nicht zuletzt durch die zahlreichen Bürgerinitiativen angestoßene und von den beiden Landesregierungen in Berlin und Brandenburg unterstützte intensive Diskussion der Flugrouten hat sich gelohnt.“ Die Lärmbelästigung der Menschen werde möglichst gering gehalten. Beide Landesregierungen würden nun dafür werben, dass die Deutsche Flugsicherung zügig auf der Basis des Votums der Kommission entscheidet.

Am Montag hatte sich die Fluglärmkommission in Schönefeld auf einen neuen Routen-Vorschlag für Starts vom künftigen Hauptstadtflughafen BBI geeinigt. Demnach sollen auf der Nordbahn Flugzeuge in beiden Richtungen geradeaus starten, nach Westen dagegen solle es nur einen leichten Nordknick geben. Für die Südbahn soll gelten: Die Maschinen nach Westen drehen um 15 Grad oder mehr nach Süden ab. Nach Osten schlagen sie sogar eine scharfe Rechtskurve ein. Dort soll aber zusätzlich eine Ausnahmegenehmigung für Geradeausflüge beantragt werden. Entsprechend würde Berlin-Lichtenrade nicht mehr überflogen. In Brandenburg dagegen überfliegen die Maschinen andere Gemeinden als jahrelang angenommen. Der Südosten Berlins wäre nach dem neuen Vorschlag nach wie vor betroffen.