Urteil

Blinde Frau zum Sex genötigt - Drei Jahre Haft

Vor mehr als vier Jahren hat ein Mann einer nahezu erblindeten Frau Hilfe angeboten, nachdem sie sich verirrt hatte. Doch statt zur U-Bahn führte er sein Opfer in einen Park und zwang es zu sexuellen Handlungen. Nun wurde der vorbestrafte Täter verurteilt.

Nach einem sexuellen Übergriff auf eine fast blinde Frau in einem menschenleeren Park muss ein 38-jähriger Berliner drei Jahre ins Gefängnis. Das Amtsgericht Berlin-Tiergarten verurteilte den Mann am Dienstag wegen sexueller Nötigung und Körperverletzung auch zur Zahlung von 4000 Euro Schmerzensgeld. Der mehrfach einschlägig vorbestrafte Angeklagte sei eine „tickende Zeitbombe“, argumentierte der Richter.

Die 28-jährige Frau leidet bis heute an den Folgen der mehr als vier Jahre zurückliegenden Tat. „Ich bin nicht mehr beziehungsfähig“, sagte die Bürokraft im Prozess. Bereits vor dem Übergriff sei sie Opfer einer Vergewaltigung gewesen. Noch immer gehe sie ungern allein aus dem Haus und überlege lange, bevor sie jemanden um Hilfe bitte.

Am 31. Oktober 2006 hatte die fast blinde Frau auf dem Weg zu einer U-Bahn im Bezirk Wedding die Orientierung verloren. Der geständige Angeklagte hatte ihr Hilfe angeboten. Er führte sie stattdessen in den nahe gelegenen Park. Dort zwang der arbeitslose Berliner die Bürokraft, ihn sexuell zu berühren. Den Ekel, den die Frau verspürte, wertete das Gericht als Körperverletzung.

Der 38-Jährige hatte sich im Prozess entschuldigt. Er beteuerte nie wieder solche Taten zu begehen. Die von der Verteidigung beantragte Bewährungsstrafe kam für das Gericht aber nicht in Frage. Der Angeklagte habe sich nicht mit seinen Problemen auseinander gesetzt. Eine Steigerung der Straftaten sei zu befürchten.