Willi Opitz

Früherer Rektor der Stasi-Hochschule gestorben

Im Sommer 2000 wurde Willi Opitz öffentlich bekannt, als er eine Trauerrede auf den ehemaligen Stasi-Chef Erich Mielke hielt. Opitz hatte nach der Wende auch die Vorgehensweise der Stasi gerechtfertigt. Jetzt starb er im Alter von 82 Jahren.

Der frühere Rektor der Juristischen Hochschule des DDR-Ministeriums für Staatssicherheit (MfS), Willi Opitz, ist nach Angaben des Berliner Verlags edition ost im Alter von 82 Jahren gestorben. Er sei am vergangenen Sonntag in Potsdam einer langen, schweren Krankheit erlegen, hieß es in einer Mitteilung.

Opitz leitete die Potsdamer Hochschule, die der Hauptabteilung Kader und Schulung unterstand, von 1985 bis 1990. Laut edition ost (Eulenspiegel Verlagsgruppe) wurde der Jurist öffentlich bekannt, als er im Sommer 2000 eine Trauerrede auf den zuvor gestorbenen ehemaligen Stasi-Chef Erich Mielke hielt.

Im sogenannten Magdeburger Stasi-Postraub-Prozess rechtfertigte Opitz 1992 als Zeuge die Vorgehensweise der Stasi bei der Post- und Telefonüberwachung. Sie habe auf geltendem Recht beruht, das wegen der konspirativen Arbeit der Staatssicherheit nur nicht in Gesetzesblättern veröffentlicht worden sei, sagte er.

Dem Verlag zufolge teilte der Sohn der Familie den Tod des Vaters mit. Opitz sei Mitherausgeber und -autor des seit 2002 in mehreren Auflagen erschienenen Buches „Die Sicherheit. Zur Abwehrarbeit des MfS“ gewesen. Als MfS-Offizier bekleidete der Hochschulprofessor gleichzeitig den Rang eines Generalmajors.

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