Prozessauftakt

Zwei Räuber gestehen Tankstellenüberfälle

Wegen schwerer räuberischer Erpressung müssen sich seit Donnerstag zwei Männer im Alter von 25 und 30 Jahren vor dem Berliner Landgericht verantworten. Sie sollen insgesamt fünf Tankstellen überfallen haben.

Zwei drogensüchtige Männer haben am Donnerstag in ihrem Prozess vor dem Berliner Landgericht Überfälle auf Tankstellen im Bezirk Reinickendorf eingeräumt. Sie müssen sich wegen schwerer räuberischer Erpressung verantworten. Ihnen wird vorgeworfen, im August 2010 innerhalb von elf Tagen fünf Tankstellenüberfälle in Reinickendorf begangen und dabei 2300 Euro erbeutet zu haben.

Während der 25-Jährige mit laufendem Motor im Fluchtauto wartete, soll der ältere Mitangeklagte jeweils mit einer scharfen Schusswaffe die Tankstellenmitarbeiter bedroht und so die Herausgabe der Einnahmen erpresst haben. Dem jüngeren Angeklagten werden in einer weiteren Anklage noch zwei bewaffnete Raubüberfälle auf Automatenspielhallen in Wedding vorgeworfen. Dabei soll er mit einem unbekannten Komplizen insgesamt rund 1100 Euro erbeutet haben.

Zu Prozessbeginn haben beide Angeklagten jeweils drei Taten eingeräumt. „Das ist aus der Situation heraus passiert. Kein Geld, keine Drogen. Da sind wir los“, gestand der 30-Jährige. Seiner Aussage nach hatte der Mitangeklagte, weil er selbst nicht Auto fahren kann, den Fluchtwagen gesteuert und draußen gewartet, während er die Tankstelle überfiel. Das erbeutete Geld hätten sie „meist sofort für Drogen ausgegeben“, sagte er.

Das Gericht kündigte an, die verbleibenden beiden Fälle einzustellen. Für den Fall eines Geständnisses stellte es den Angeklagten Haftstrafen von mindestens vier bis höchstens fünf Jahren in Aussicht. Der Prozess wird am 18. März fortgesetzt.