Verkehrschaos

Streik beschert BVG 500.000 zusätzliche Fahrgäste

Der inzwischen vierte Streik der Lokführergewerkschaft GDL hat den Bahnverkehr in der Region am Donnerstag schwer getroffen. Die Berliner wichen vor allem auf Bus und U-Bahn aus. Die BVG war "fast an der maximalen Auslastung".

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Der Streik der Lokführer hat am Donnerstagmorgen bundesweit nach dem Güter- auch den Personenverkehr massiv beeinträchtigt.

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Der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) sprach von „massiven Einschränkungen“. Bei der Deutschen Bahn fiel die Masse der Regionalzüge im morgendlichen Berufsverkehr aus. Einzelne Züge fuhren aber auf den wichtigen Regionalexpress-Linien RE1 (Magdeburg–Berlin–Frankfurt [0.]) und RE2 (Rathenow–Berlin–Cottbus). Auf anderen Linien setzte die Bahn Busse ein. Auch die private Ostdeutsche Eisenbahn GmbH (Odeg) wurde auf drei Linien in der Region bestreikt und konnte dort nur Busse einsetzen. Bei der Niederbarnimer Eisenbahn (NEB) fiel nur ein Zug aus. Die Märkische Regiobahn und die Prignitzer Eisenbahn fuhren planmäßig.

Bei der S-Bahn war der Betrieb seit 4 Uhr hingegen weitgehend lahmgelegt. Nur auf einigen Außenästen des Netzes – etwa nach Potsdam, Hennigsdorf, Strausberg und Bernau – konnte das Tochterunternehmen der Deutschen Bahn ein Minimalangebot fahren. Erst am Nachmittag normalisierte sich der S-Bahn-Verkehr nach und nach. Im Fern- und Regionalverkehr mussten Reisende noch bis zum Abend mit Verspätungen rechnen. Weil viele Pendler am Morgen auf das Auto umstiegen, waren auch viele Hauptverkehrsstraßen und die Stadtautobahn A100 zeitweise überlastet.

Trotzdem blieb der befürchtete Totalkollaps des Verkehrs aus. Viele Berliner hatten sich offenbar rechtzeitig um Fahralternativen gekümmert. Die meisten von ihnen wichen auf Busse und Bahnen der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) aus. In einer ersten Bilanz des Tages ging BVG-Sprecherin Petra Reetz von bis zu 500000 zusätzlichen Fahrgästen aus. „Wir waren fast an der maximalen Auslastung“, so Reetz. Die landeseigenen Verkehrsbetriebe verstärkten im Berufsverkehr am Morgen ihr Angebot. Auf den U-Bahn-Linien U2, U5 und U6 fuhren insgesamt 41 zusätzliche Züge. „Extrem voll“, so Reetz, war es trotzdem vor allem auf der U2 rund um den Alexanderplatz. Wegen des großen Fahrgastandrangs fuhren Busse und Straßenbahnen der BVG zum Teil Verspätungen von 15 Minuten – die Buslinie 150 sogar 30 Minuten – ein. Überfüllt waren vor allem die Metrotramlinien M5, M6 und M8 in Richtung Innenstadt.