Treffen in Cafeteria

Tierpark mahnt Pächter nach NVA-Feier ab

Ehemalige DDR-Offiziere haben am Wochenende in der Cafeteria des Tierparks Friedrichsfelde den 55. Jahrestag der früheren Nationalen Volksarmee (NVA) gefeiert. Der Tierpark zieht nun Konsequenzen.

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Der Tierpark Friedrichsfelde zieht aus dem Treffen von ehemaligen Offizieren der Nationalen Volksarmee (NVA) Konsequenzen. Wie berichtet, hatten sich rund 100 NVA-Offiziere am Sonnabend in der Cafeteria des Tierparks getroffen, um den Jahrestag der NVA-Gründung am 1.März 1955 zu feiern. Darunter war auch der ehemalige DDR-Verteidigungsminister Heinz Keßler.

Sowohl der private Pächter der Cafeteria als auch ein Mitarbeiter des Tierparks Berlin erhielten am Montag eine Abmahnung. Der Mitarbeiter hatte von dem Treffen gewusst, die Geschäftsführung aber nicht entsprechend informiert, heißt es in einer Mitteilung der Geschäftsführung des Zoologischen Gartens und des Tierparks. „Hätten wir im Vorfeld von dieser Veranstaltung gewusst, hätten wir diesen Aufmarsch von Ewiggestrigen verhindert“, sagte Gabriele Thöne, kaufmännischer Vorstand der Zoologischer Garten Berlin AG und Geschäftsführerin der Tierpark Berlin GmbH.

Die Räume der Cafeteria wurden offenbar vom NVA-Traditionsverband angemietet. Dieser hatte beim privaten Pächter auch Speisen und Getränke bestellt. Aus Anlass der Feier, so berichteten Augenzeugen, soll das Rednerpult mit DDR-Fahnen geschmückt gewesen sein. Einige Teilnehmer waren in ihren ausgemusterten Uniformen bei der Feier erschienen.

Nach Aussagen von Gabriele Thöne stehen Zoo und Tierpark allen offen. Platz für „Systemträger von Diktaturen, Verfassungsfeinde und extreme Gruppen“ gebe es aber auf keinen Fall. In den kommenden Tagen würden entsprechende Anweisungen in Zoo und Tierpark herausgegeben. Auch die Pächter und Betreiber der gastronomischen Einrichtungen sollen informiert werden. „Für den Fall der Missachtung dieser Anweisung behalten wir uns juristische Schritte bis hin zur Kündigung von Verträgen vor“, so Thöne.

Nach Bekanntwerden der Feier hatten Mitglieder des Abgeordnetenhauses und von Betroffenenverbänden wie der Vereinigung der Verfolgten des Stalinismus scharfe Kritik geübt.