Prozess

Bewährung für geständigen Autobrandstifter

Zu 22 Monaten Haft mit Bewährung ist ein 28-jähriger Autobrandstifter vom Berliner Landgericht verurteilt worden. Er wurde im vergangenen Sommer in Kreuzberg dabei erwischt, wie er ein Auto anzünden wollte.

Ein 28-jähriger Autobrandstifter ist am Dienstag vom Berliner Landgericht zu 22 Monaten Haft mit Bewährung verurteilt worden. Der Angeklagte hatte gestanden, im Juli 2010 vor seiner Haustür in Berlin-Kreuzberg ein Auto in Brand gesetzt zu haben. Beim Versuch, am 10. September ein weiteres Auto anzuzünden, wurde der Mann auf frischer Tat ertappt. Der Berliner war jeweils angetrunken. Er saß bis jetzt in Untersuchungshaft.

Der Mann ist nach Kenntnis der Staatsanwaltschaft nicht der linksalternativen Szene zuzuordnen, auf deren Konto hunderte angezündete Autos, darunter Firmenwagen, gehen. Dennoch war eine spürbare Strafe notwendig, urteilte das Gericht. „Es ist kein Spaßdelikt, in Großstädten Feuer an Autos zu legen“, argumentierte die Richterin. Der Sachschaden liegt bei 600 Euro.

Der bisher unbestrafte Mann hatte kein Motiv genannt. Das Gericht ging wegen der Alkoholisierung von einer verminderten Schuldfähigkeit aus. Besonders zu Gute gehalten wurde ihm sein Geständnis, das einen langwierigen Prozess erübrigte. Die Richter stellen dem Verurteilten einen Bewährungshelfer zur Seite. In zwei Strafverfahren um politisch motivierte Brandstiftungen hatte die Staatsanwaltschaft in Berlin Schlappen kassiert. Ein 23-jähriger Berliner und eine 21-Jährige wurden freigesprochen. Im Fall der Frau hat die Staatsanwaltschaft Revision eingelegt.