Berliner Nachwuchs

Marie und Alexander sind die beliebtesten Namen

2010 war in Berlin das Jahr von Marie und Alexander. Denn sie führen die Hitliste der beliebtesten Babynamen an. Bei der Namensfindung werden Eltern immer kreativer.

Maximilian: Dies war im vergangenen Jahr der beliebteste Vorname für neugeborene Jungen in Deutschland. In Berlin allerdings gaben Eltern „Alexander“ den Vorzug. Der Name Maximilian kam hier nur auf Platz drei. Dies ermittelte die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS). Bei den Mädchen machte in Berlin Marie das Rennen. Weitere Spitzenplätze nahmen beim weiblichen Nachwuchs Sophie/Sofie (Rang 2) und Maria (Rang 3) ein. Damit bewiesen die Eltern in der Hauptstadt einen ähnlichen Geschmack wie Mütter und Väter im gesamten Bundesgebiet. In Gesamtdeutschland liegt Sophie/Sofie für Mädchen auf Rang 1. Im Vorjahr war es auch hier noch Marie.

Die Gruppe der ersten zehn Vornamen sei insgesamt sehr stabil geblieben, sagte Namensexperte Lutz Kuntzsch von der GfdS. Aufgerückt in die bundesweite Top Ten seien lediglich Hannah/Hanna und Luis/Louis. Die anderen Namen hätten ihre Ränge getauscht, an Popularität jedoch nichts verloren. Doch gab es bei der Wahl des Vornamens für Jungen deutliche regionale Unterschiede. Während überall in Deutschland Sophie/Sofie und Marie die beiden häufigsten Namen für Mädchen waren, gab es bei den männlichen Spitzenplätzen mehr Variationen. So wurden im Saarland die meisten Jungen Emil genannt. In Rheinland-Pfalz führt Elias die Liste an, in Schleswig Holstein ist es Finn und in Sachsen-Anhalt Luca. Marie und Sophie/Sofie wurden nach Angaben der GfdS je fast 10.000 Mal als Vornamen vergeben. Marie war in Deutschland mit Ausnahme von 2008 seit 1999 Spitzenreiter bei den beliebtesten Namen.

Die GfdS veröffentlicht ihre Namensliste seit 1977. In diesem Jahr wertete sie Daten von bundesweit rund 330 Standesämtern aus. Eine Aufteilung nach Erst- und Zweitnamen wird nicht vorgenommen. Die Liste helfe, mit Klischees aufzuräumen, sagte Kuntsch. So werde Cindy irrtümlich für einen beliebten Namen in den östlichen Bundesländern gehalten. Tatsächlich sei dieser Name im vergangenen Jahr dort nur ein einziges Mal vergeben worden, im Westen 16 Mal.

Insgesamt seien die Eltern immer kreativer bei der Namensfindung geworden. „Der Namensschatz wächst, durch Migration, durch Fantasie“, so Kuntsch. Mehr als 37.000 Namen hätten die Standesämter im vergangenen Jahr gemeldet. So gab es Eltern, die ihre Töchter Laperla, Kantorka und Lelibeth nannten. Zu den exotischsten Namen für Jungen zählten Miransah, Monel, Kix und Nox. Doch gab es auch einige Namen, denen die Sprachberatung eine Absage erteilte. Entscheidend sind dabei das Wohl des Kindes und die Eindeutigkeit des Geschlechts. Zu den abgelehnten Namen gehörten Pfefferminza, Partizan, Junge und Puppe. Insgesamt bearbeitete die Namensberatung der GfdS 2010 mehr als 3000 Vornamenanfragen von Eltern, deren Wunschname für ihr Kind beim Standesamt nicht ohne Weiteres eingetragen werden konnte.

Bei der Wahl des Vornamens für den Nachwuchs sollten Eltern Vorsicht walten lassen, raten Experten. Eine spätere Änderung sei nicht so einfach. „Einfach zu sagen ‚Mein Name gefällt mir nicht mehr' reicht in der Regel nicht aus“, sagte die Dresdner Anwältin Veronika Frey. Mögliche Argumente seien Mobbing des Namens wegen oder Schwierigkeiten im Ausland wegen der Schreibweise.

Zumindest wegen der Abstammung und Bedeutung wegen müssen sich die Träger der beliebtesten Vornamen nicht grämen. Sophie/Sofie kommt aus dem Griechischen und bedeutet „Weisheit“. Marie und Maria leiten sich von dem biblischen Namen „Mirjam“ ab. Die Bedeutung des Namens ist nicht eindeutig. Alexander kann übersetzt werden mit „der Verteidiger“, Maximilian mit „der Größte“.