Urteil

Student erhält nach Mai-Randale Bewährungsstrafe

Ein 25 Jahre alter Student hatte am 1. Mai am Kottbusser Tor in Berlin eine Glasflasche gezielt in Richtung eines Polizisten geworfen. Wegen versuchter Körperverletzung verurteilte ihn das Landgericht zu acht Monate auf Bewährung.

Ein Student, der bei den diesjährigen Mai-Krawallen eine Flasche in Richtung der Polizisten geworfen hatte, erhielt am Mittwoch eine Strafe von acht Monaten Haft mit Bewährung. Im Prozess vor dem Amtsgericht Tiergarten hatte der 25-Jährige einen Wurf gestanden, um es klirren zu hören. Das Gericht sprach den Mann wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung schuldig. Ein Polizist sei am Rücken getroffen, aber nicht verletzt worden.

Der Vorwurf des schweren Landfriedensbruchs habe sich nicht erwiesen. Zu Gunsten des Studenten folgte das Gericht seinen Aussagen, dass er die Flasche am Kottbusser Tor in Berlin-Kreuzberg nicht aus der gewalttätigen Menge schleuderte. Auch wenn der Angeklagte sich habe mitreißen lassen, wurde strafschärfend berücksichtigt, dass am 1. Mai auf der Straße äußerst viel Gewalt herrscht, argumentierte das Gericht.

Eigenen Angaben nach hatte der Student rund ein Dutzend Flaschen Bier getrunken und einen Joint geraucht. Den Wurf beschrieb er als Kurzschlussreaktion. Nach seiner sofortigen Festnahme wurde der Angeklagte seiner Aussage nach von Polizisten durch Faustschläge ins Gesicht misshandelt und beleidigt. Das Gesicht sei geschwollen und ein Zahn abgeplatzt.