Exzellenzwettbewerb

Humboldt-Uni ist im Rennen um Elite-Status

Sieben deutsche Universitäten können neue Elite-Unis werden. Unter den Kandidaten ist auch die Humboldt-Universität Berlin. Sie könnte von der Milliarden-Förderung durch den Bundes und die Länder profitieren.

Foto: Sven Lambert

Die Berliner Humboldt-Universität hat auf dem Weg zur Elite-Uni die erste große Hürde genommen: Zum ersten Mal setzte sich die älteste Hochschule der Hauptstadt beim Vorentscheid des bundesweiten Exzellenzwettbewerbs durch. Sie ist damit die einzige Berliner Uni, die für ihr eingereichtes Zukunftskonzept belohnt wird.

Die Freie Universität, die sich 2007 als bisher erste und einzige Berliner Hochschule den Status als Elite-Uni sicherte, kann bis September einen Antrag auf Verlängerung stellen. Die endgültige Entscheidung über die neuen Exzellenz-Unis fällt im Juni 2012. Der Status ist mit einem Geldsegen in zwei- bis dreistelliger Millionenhöhe verbunden.

Insgesamt können nach der Entscheidung vom Mittwoch sieben Universitäten neue Elite-Hochschulen in Deutschland werden. Neben der Humboldt-Universität sind das die Unis Bochum, Bremen, Mainz, Köln und Tübingen sowie die Technische Universität Dresden. Mit einer neuen Milliarden-Förderung wollen Bund und Länder die Spitzenforschung an deutschen Universitäten stärken.

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und der Wissenschaftsrat (WR) trafen mit einer Gemeinsamen Kommission die Vorentscheidungen. Insgesamt stehen 2,7 Milliarden Euro Fördermittel für fünf Jahre zur Verfügung. Sie fließen von November 2012 an fünf Jahre lang an Graduiertenschulen, fachübergreifende Forschungsprojekte (Exzellenzcluster) und Zukunftskonzepte (Elite-Universitäten). In einer ersten Runde der Exzellenzinitiative waren von 2006 bis 2011 bereits insgesamt rund 1,9 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt worden. Die Fortführung des Programms für weitere fünf Jahre wurde im Juni 2009 beschlossen.

Die Humboldt-Universität (HU) gilt, 1810 gegründet, im Unterschied zu sehr viel älteren deutschen Hochschulen, als frühes Modell einer Forschungsuniversität. Ihr geistiger Vater war der Bildungsreformer Wilhelm von Humboldt, der mit der Kombination aus Lehre und Forschung einen großen Schritt in die Moderne wagte.

Als Reformuniversität strahlte sie im 19. Jahrhundert als Vorbild weit über Europa hinaus. Die Liste weltberühmter Professorennamen seit der Gründung ist lang. Dazu gehören zum Beispiel die Gebrüder Grimm, Robert Koch oder Albert Einstein. Allein 29 Nobelpreisträger lehrten an der HU. Die Universität blickt aber auch auf eine gebrochene Geschichte in zwei Diktaturen zurück. Erst nach der Wende 1989 gewann sie wieder international an Strahlkraft.

Den Namen Humboldts trägt die Hochschule erst seit 1949. Im vergangenen Jahr feierte sie ihr 200-jähriges Bestehen.