Urteil

Mutter muss wegen Kindesmisshandlung in Haft

Birte E. hatte ihren fünf Monate alten Sohn immer wieder gebissen und geschlagen. Nun muss die 42-Jährige für diese Taten für zweieinhalb Jahre ins Gefängnis.

Nach schweren Misshandlungen ihres fünf Monate alten Babys muss die Kindsmutter für zweieinhalb Jahre in Haft. Die allein erziehende Birte E. hatte sich im Prozess vor dem Berliner Amtsgericht auf Erinnerungslücken berufen. Am 8. Januar 2010 kam der Säugling mit einem Schädelbruch, einem älteren Schienbeinbruch und Bisswunden im Gesicht in eine Klinik. Ob es zu bleibenden Schäden kommt, ist unklar. Der Junge und sein dreijähriger Bruder leben zur Zeit bei Pflegefamilien.

„Ich kann mir als Mutter nicht vorstellen, dass ich das getan habe“, erklärte die berufslose Frau über ihren Verteidiger zu Prozessbeginn im Oktober. Gleichwohl übernahm die Berlinerin die Verantwortung für die Verletzungen, weil nur sie in Frage komme. Sie bedauere unendlich, was passiert sei. Die 42-Jährige hatte selbst den Notarzt alarmiert und zunächst von einem Unfall gesprochen.

Die damals drogensüchtige Mutter aus dem Bezirk Prenzlauer Berg hat eine Therapie begonnen und möchte später wieder Kontakt zu ihren Kindern. Zur Zeit ist sie nach Einschätzung des Gerichts eine Gefahr für die Söhne. Ohne selbst einen Grund nennen zu können, habe sie ihrem Baby an einem ganz normalen Tag so schwere Verletzungen zufügt. Die Verteidigung hatte Überforderung, Drogenmissbrauch und psychische Probleme vorgetragen.