Streik am Freitag

Lokführer verschonen Berlin – S-Bahn fährt

Am heutigen Freitag werden die Lokführer bundesweit zwischen 8.30 Uhr und 11.30 Uhr die Arbeit niederlegen. Nur die Berliner S-Bahn ist davon ausgenommen. Dennoch wird der Streik in Nah- und Fernverkehr vielen Hauptstädtern den Start ins Wochenende verderben.

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Ein zweistündiger Warnstreik der Lokführergewerkschaft GDL hat den Zugverkehr in Berlin und Brandenburg am Dienstagmorgen weitgehend zum Erliegen gebracht. Die S-Bahn und der Regionalverkehr seien fast flächendeckend vom Ausstand erfasst worden.

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Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) wird Zehntausenden Pendler in der Region den Start ins Wochenende erschweren. Zwar kündigte die GDL für diesen Freitag Arbeitsniederlegungen nur von 8.30 bis 11.30 Uhr an, doch müssen Bahnreisende wohl den gesamten Tag über mit Einschränkungen rechnen. Beim Warnstreik am vergangenen Dienstag gab es im Fern- und Regionalverkehr noch bis zum Abend Verspätungen.

Mit ähnlichen Zuständen müssen die Reisenden nach Einschätzung des Fahrgastverbandes Igeb erneut rechnen. „Gut ist, dass der unmittelbare Berufsverkehr nicht bestreikt wird“, sagte Igeb-Sprecher Jens Wieseke. „Dafür wird es vor allem im Fernverkehr viele auf der Heimfahrt ins Wochenende treffen.“ Der zweite Warnstreik binnen einer Woche wird laut der Ankündigung bundesweit den Regional- und Fernverkehr betreffen.

Ausgenommen bleibt diesmal – wie angekündigt – die Berliner S-Bahn. Zum Streik aufgerufen sind aber nicht nur die Lokführer im Regionalverkehr der Deutschen Bahn. Auch Pendler, die mit den Zügen der Ostdeutschen Eisenbahn (Odeg) oder der Niederbarnimer Eisenbahn (NEB) unterwegs sind, müssen mit Ausfällen und Verspätungen rechnen, wie GDL-Landeschef Frank Nachtigall am Abend Morgenpost Online bestätigte.

Der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) kritisierte die abermals kurzfristige Ankündigung. Erst kurz nach 18 Uhr hatte die GDL am Abend über den Warnstreik am nächsten Morgen informiert. „Viele Fahrgäste wird es am Morgen unvorbereitet treffen“, sagte VBB-Sprecherin Elke Krokowski. Wer im Berufsverkehr am Freitagmorgen auf die Bahn angewiesen ist, sollte sich nach VBB-Angaben unbedingt vorher informieren, ob die Züge fahren. Die Deutsche Bahn informiert kostenlos unter der Servicenummer 08000-996633 .

Wer auf andere öffentliche Verkehrsmittel ausweichen kann, sollte sich im Internet Alternativrouten ohne Regionalbahn heraussuchen. Dafür reicht es, im Online-Routenplaner ( www.vbbonline.de ) das Symbol für die Regionalzüge wegzuklicken. Erleichtert zeigte sich die VBB-Sprecherin darüber, dass die GDL zumindest ihr Versprechen einhält und die krisengeplagte Berliner S-Bahn vom Streik ausnimmt.

„Besser wäre es aber, wenn die Tarifparteien endlich wieder die Verhandlungen aufnehmen und ihren Streit nicht länger auf dem Rücken der Fahrgäste austragen würden, sagte Krokowski. Laut Verkehrsverbund sind im Regionalverkehr in Berlin und Brandenburg an Werktagen etwa 150.000 Fahrgäste unterwegs. Allein die Regionalexpresslinie RE1 befördert 45.000 Reisende.