Umfrage

Jedem dritten Berliner ist die Miete zu hoch

Wegen zu hoher monatlicher Mietzahlungen ist fast jeder dritte Berliner bereits umgezogen oder aber hat einen Umzug in Erwägung gezogen. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes Infratest dimap.

Foto: BMO

Fast jeder dritte Berliner ist wegen zu hoher Mieten in jüngerer Zeit umgezogen oder hat über einen Umzug nachgedacht. Das geht aus einer Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes Infratest dimap im Auftrag der „Berliner Morgenpost“ und der RBB-„Abendschau“ hervor. Zehn Prozent der Berliner sind demnach umgezogen, 18 Prozent haben wegen der Mietbelastung darüber nachgedacht. Im vergangenen Jahr haben 40 Prozent der Befragten eine Mieterhöhung erhalten, etwa genauso viele erwarten eine Mieterhöhung in der nahen Zukunft (43 Prozent).

Gleichzeitig sprach sich eine große Mehrheit der befragten Berliner dafür aus, dass der Senat bezahlbaren Wohnraum in allen Stadtteilen bereitstellen soll, um eine „gute soziale Durchmischung“ der Stadtteile zu gewährleisten (83 Prozent).

Nur 16 Prozent der Befragten gaben an, das Land solle durch den Verkauf von städtischen Wohnungen und Grundstücken den Haushalt sanieren. In dieser Haltung sind sich die Berliner jeden Alters und jeder Herkunft einig. Allerdings steigt die Bereitschaft, Wohnungen zur Sanierung des Haushaltes zu verkaufen, mit dem Bildungsabschluss. Zehn Prozent derjenigen Befragten, die über einen Hauptschulabschluss verfügen, sprachen sich für einen solchen Verkauf aus. Bei den Berlinern mit Abitur oder Fachhochschulreife steigt die Zustimmung auf 20 Prozent.

Für die Umfrage befragte das Meinungsforschungsinstitut in der Zeit vom 11. bis zum 14. Februar 1000 repräsentativ ausgewählte Berliner Wahlberechtigte.

Jeder zweite Berliner hat der Umfrage zufolge festgestellt, dass sich die soziale Durchmischung einzelner Stadtteile in den vergangenen Jahren verschlechtert hat (48 Prozent). Zwölf Prozent haben eine Verbesserung ihres Umfeldes festgestellt. Jeder dritte bemerkte keine Veränderung. Die Unzufriedenheit mit der Entwicklung des Umfeldes ist bei den Anhängern der Linkspartei am größten (63 Prozent), bei CDU-Wählern am geringsten (39). Junge Menschen zwischen 18 und 24 Jahren bemerken eher eine Aufwertung ihres Stadtquartiers (29 Prozent) als ältere (60 Jahre oder älter: neun Prozent).