Abriss-Genehmigung

Senat besiegelt Ende der Deutschlandhalle

Die Berliner Deutschlandhalle ist 75 Jahre nach ihrer Errichtung zum Abriss freigegeben. Der Senat hat das historische Gebäude als nicht schutzwürdig eingestuft. Wann die Abrissbirne kommt, ist noch unklar.

Der Berliner Westen verliert eines seiner geschichtsträchtigen Bauwerke: Der Senat hat den Abriss der denkmalgeschützten Deutschlandhalle genehmigt. Die Schutzwürdigkeit des historischen Gebäudes sei zuvor ernsthaft geprüft worden, sagte ein Sprecher der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung am Donnerstag.

Die landeseigene Messegesellschaft darf die 1935 errichtete Halle nun abbrechen. Sie will an dem Standort für 65 Millionen Euro eine neue Messehalle mit 20.000 Quadratmetern errichten. „Damit können unsere großen internationalen Messeveranstaltungen IFA, ITB und InnoTrans zukünftig weiter wachsen“, sagte Messe-Chef Raimund Hosch.

Wann die Bagger rollen, ist nach Angaben eines Messesprechers noch offen. Zunächst werde der Neubau europaweit ausgeschrieben. Die neue Halle soll Ende 2013 stehen und dann vorübergehend auch Tagungen beherbergen. Denn von 2014 wird das asbestbelastete Kongresszentrum ICC saniert. Das 1979 eröffnete Kongresszentrum mit bis zu 12 000 Plätzen hat laut Senat auch Probleme mit veralteter Technik, ungünstiger Raumaufteilung und hohen Betriebskosten.

Der Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf hatte aus versucht, den Abriss der Deutschlandhalle zu verhindern. Daraufhin zog der Senat das Verfahren an sich. Für eine dauerhafte Nutzung hätte die marode Halle aufwendig saniert werden müssen.

Sie war zuletzt auch nur noch wenig für den Eissport genutzt worden. Die Eishockey-Spieler zogen in das Velodrom an der Landsberger Allee um. Eine neue Eissporthalle an der Glockenturmstraße in Charlottenburg soll 2011 fertig sein.

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